Relativ sicher: Real-World-Daten zu kabellosen Herzschrittmachern15. Dezember 2022 © Ngampol – stock.adobe.com (Symbolbild) Kabellose Herzschrittmacher haben sich als praktikable Alternative zu herkömmlichen transvenösen Herzschrittmachern entwickelt, um das Risiko gerätebedingter Komplikationen zu verringern. Eine US-amerikanische Studie konnte dies nun anhand von Real-World-Daten in der Fachzeitschrift „Heart Rhythm“ bestätigen. In der Kohorte mit 7821 Patienten, bei denen ein kabelloser Herzschrittmacher implantiert wurde, war die Rate schwerer Komplikationen relativ niedrig und vergleichbar mit früheren Studien in einer Hochrisikopopulation mit mehreren Begleiterkrankungen. Die Patientendaten stammen aus der National Readmission Database (2016–2018). Dieser entnahmen die Studienautoren sowohl die demografischen Daten der Patienten als auch die Ergebnisse nach der Implantation des kabellosen Herzschrittmachers im Krankenhaus und in den ersten 30 Tagen nach dem Eingriff. In die Kohorte aufgenommen wurden Patienten im Alter von ≥18 Jahren mit einem ICD-10-Verfahrenscode für eine kabllose Herzschrittmacherimplantation. Zu unmittelbaren verfahrensbedingten Komplikationen – wie sie in der Studie im weitesten Sinne definiert wurden – kam es bei 7,5% der Patienten. Ein Perikarderguss ohne die Notwendigkeit einer Perikardpunktion trat bei 1,9% der Patienten auf, bei weiteren 1,0% der Patienten war eine Perikardpunktion vonnöten. Die Studienautoren verzeichneten vaskuläre Komplikationen bei 2,3% der Patienten, bei 0,33% war eine Reparatur erforderlich, und bei 0,51% kam es zu einer Dislokation des Gerätes. Der signifikanteste Prädiktor für verfahrensbedingte Komplikationen waren eine Nierenerkrankung im Endstadium (OR 1,65; 95%-KI 1,17–2,32; p=0,004), kongestive Herzinsuffizienz (OR 1,28; 95%-KI 1,01–1,62; p=0,04) und Koagulopathie (OR 1,77; 95%-KI 1,34–2,34; p<0,001). Bei 17,9% der Patienten kam es innerhalb von 30 Tagen nach der Implantation des Gerätes zu einer Wiederaufnahme, wobei nur 1,36% der Wiederaufnahmen mit dem Verfahren zusammenhingen. 30 Tage nach der Implantation und nach der Entlassung benötigten 0,25% der Patienten einen neuen Herzschrittmacher, und bei 0,18% traten perikardiale Komplikationen auf. Fazit In der Kohorte, bei denen ein kabelloser Herzschrittmacher implantiert wurde, war die Rate schwerer Komplikationen relativ niedrig und vergleichbar mit früheren Studien in einer Hochrisikopopulation mit mehreren Begleiterkrankungen. (ah) Autoren: Haddadin F et al. Korrespondenz: Abhishek Deshmukh; [email protected] Studie: Clinical outcomes and predictors of complications in patients undergoing leadless pacemaker implantation Quelle: Heart Rhythm 2022;19(8):1289–1296. Web: https://doi.org/10.1016/j.hrthm.2022.03.1226
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