Respiratorische, körperliche und psychische Folgen nach COVID-19

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Die Ergebnisse einer Studie aus Italien bestätigen, was in den vergangenen Monaten vielfach bei COVID-19-Genesenen beobachtet wurde: Noch längere Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus – im Falle der aktuellen Studie noch nach 4 Monaten – haben viele Betroffene noch mit respiratorischen, anderen körperlichen sowie psychischen Folgeerscheinungen zu kämpfen.

Die prospektive Kohortenstudie umfasste Patienten (≥18 Jahre), die so schwer an COVID-19 erkrankten, dass sie zwischen dem 01.03. und dem 29.06.2020 an einem Lehrkrankenhaus in Norditalien stationär behandelt werden mussten.

Primärer Endpunkt war die Beschreibung des Anteils der Patienten mit einer Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität (DLCO) von <80% vom Soll. Zu den sekundären Endpunkten gehörten der Anteil der Patienten mit schwerer Lungenfunktionsstörung (definiert als DLCO <60% vom Soll), der Anteil der Patienten mit posttraumatischen Stress-Symptomen (gemessen anhand des Gesamtpunktwertes auf der überarbeiteten Impact of Event Scale), der Anteil der Patienten mit Funktionsstörungen (bewertet anhand des Punktwertes bei der Short Physical Performance Battery [SPPB] sowie der Strecke beim 2-Minuten-Gehtest) und die Identifizierung von Faktoren, die mit der DLCO-Reduktion und psychologischen oder funktionellen Folgen assoziiert sind.

Von 767 Patienten, die wegen einer schweren COVID-19-Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden, lehnten 494 (64,4%) eine Teilnahme an der Studie ab und 35 (4,6%) verstarben während des Nachbeobachtungszeitraumes. Insgesamt 238 Patienten (31,0%) (medianes Alter 61 Jahre; IQR 50–71; 142 [59,7%] Männer; mediane Anzahl der Komorbiditäten 2; IQR 1–3) stimmten der Teilnahme zu. Bei 219 dieser Patienten konnten sowohl Lungenfunktionstests als auch DLCO-Messungen durchgeführt werden.

Die DLCO war bei 113 Patienten (51,6%) auf <80% des geschätzten Wertes und bei 34 Patienten (15,5%) auf <60% reduziert. Der SPPB-Score wies bei 53 Patienten (22,3%) auf eine eingeschränkte Mobilität hin (Score <11). Patienten mit SPPB-Werten innerhalb des Referenzbereiches wurden einem 2-minütigen Gehtest unterzogen, dessen Ergebnis bei 75 Patienten (40,5%) außerhalb der Referenzbereiche für die gemäß Alter und Geschlecht erwartete Leistung lag. Somit wurde bei insgesamt 128 Patienten (53,8%) von einer Funktionsstörung ausgegangen. Posttraumatische Stress-Symptome wurden bei insgesamt 41 Patienten (17,2%) angegeben.

Fazit
Die Ergebnisse legen nahe, dass 4 Monate nach der Entlassung bei Patienten, die wegen COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert worden waren, häufig respiratorische, physische und psychische Folgen auftraten. (ac)

Autoren: Bellan M et al.
Korrespondenz: Mattia Bellan; [email protected]
Studie: Respiratory and Psychophysical Sequelae Among Patients With COVID-19 Four Months After Hospital Discharge
Quelle: JAMA Netw Open 2021;4(1):e2036142.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2020.36142