Retinoblastom: ADAM-Proteine als neuer Therapieansatz12. Dezember 2022 Retinoblastom. 3D-Illustration.©Crystal light-stock.adobe.com Essener Wissenschaftler konnten für Proteine aus der Disintegrin- und Metalloproteinase (ADAM)-Familie zeigen, dass sie potenzielle neue Ziele für zukünftige therapeutische Ansätze zur Behandlung des Retinoblastoms darstellen könnten. Das Retinoblastom ist eine seltene Krebserkrankung des Auges, die vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Der Ursprung dieses kindlichen Augentumors liegt in der Retina. Welche Faktoren die Entstehung des Retinoblastoms begünstigen, ist noch weitgehend unklar. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen haben in Laborversuchen zeigen können, dass die beiden Proteine ADAM 10 und ADAM 17 an der Entstehung des Retinoblastoms beteiligt sind. ADAM10 und ADAM17-Expressionen erhöhen sich durch niedrige MicroRNA-LevelDie Forschenden stellten einen signifikanten Zusammenhang zwischen den ADAM17-Expressionsniveaus und der Retinoblatom-Lateralität sowie dem Retinoblastom-Stadium fest. Sie konnten zeigen, dass ADAM10 und ADAM17 regulierende MicroRNAs in Retinoblastom-Zelllinien signifikant herunterreguliert wurden, während bei Retinoblastom-Patienten reduzierte MicroRNA-Level bei gleichzeitig hochregulierter ADAM10- und ADAM17-Expression festgestellt wurden. Das Team konnte die Beteiligung beider ADAMs am Ectodomain-Shedding des neuronalen Zelladhäsionsmoleküls L1, das nachweislich Tumor begünstigende Effekte beim Retinoblastom auslöst, bestätigen. Zudem führten die Forschenden Einzel- und Doppelknockdowns der untersuchten ADAM-Proteine durch, was die Zelllebensfähigkeit, Proliferation, Wachstum und Koloniebildungsfähigkeit von Retinoblastom-Zellen reduzierte. Darüber hinaus zeigten Tests an der Chorioallantoismembran von Hühnern, dass die Deletion von ADAM17 und ADAM10 das Tumorwachstum und Migrationspotenzial von Retinoblastom-Zellen in vivo verringert. Das Team um Prof. Dr. Nicole Dünker, Leiterin der Abteilung Neuroanatomie, hofft deshalb, dass zukünftig neue Therapien an diesen Proteinen ansetzen können und die Behandlungsmöglichkeiten für das Retinoblastom verbessern. Erstautor der kürzlich im „International Journal of Molecular Sciences“ veröffentlichten Studie ist der Essener Medizinstudent Dario Van Meenen. Er widmete im Rahmen des Promotionskollegs ELAN seine beiden Freisemester der Forschung am kindlichen Augentumor.
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