Rheuma und Krebs – besteht ein Zusammenhang?20. März 2024 Symbolbild: Pixel-Shot/stock.adobe.com Patientinnen mit Rheumatoider Arthritis haben ein etwas geringeres, Patientinnen mit Psoriasis jedoch ein leicht erhöhtes Risiko für bestimmte frauenspezifische Krebserkrankungen, so das Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse. Weltweit haben etwa fünf bis acht Prozent der Menschen eine Autoimmunerkrankung. Mindestens 80 sind derzeit bekannt. Sie können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen und gehen häufig auch mit anderen Krankheiten einher. Am Lehrstuhl für Epidemiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg liegt ein Forschungsschwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen Autoimmun- und anderen Erkrankungen. „Generell sind Frauen häufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen. Deshalb wollten wir überprüfen, ob es Zusammenhänge mit frauenspezifischen Krebsarten gibt“, erklärt Dr. Dennis Freuer vom Lehrstuhl für Epidemiologie der Universität Augsburg. Der Statistiker ist Letztautor der vorliegenden Studie. Dr. Simone Fischer, Prof. Christine Meisinger und Freuer haben unter anderem untersucht, inwiefern die zwei sehr häufigen Autoimmunerkrankungen Rheumatoide Arthritis und Psoriasis, im Volksmund Schuppenflechte genannt, mit Brust- bzw. Gebärmutterkrebs assoziiert werden. Dass Autoimmunerkrankungen mit Krebs korrelieren können, darauf deuten mehrere Studien hin. Fischer, Meisinger und Freuer haben nun eine sogenannte Meta-Analyse durchgeführt. Sie überprüften zunächst in einem systematischen Review rund 10.000 Fachartikel und haben im nächsten Schritt die Daten von insgesamt 45 Studien zusammengefasst und bewertet. In ihre Analyse flossen so die Daten von über einer Million Patientinnen ein, die eine der beiden Autoimmunerkrankungen haben. Weitere Studien notwendig Die Forschenden gelangten zu interessanten Ergebnissen: Patientinnen mit Rheumatoider Arthritis zeigten ein niedrigeres Risiko für Brust- und Gebärmutterkrebs, während Patientinnen mit Psoriasis ein leicht erhöhtes Risiko für Brustkrebs aufwiesen. Freuer betont die geographischen Unterschiede im Krebsrisiko, insbesondere bei Patientinnen mit Rheumatoider Arthritis: Im Gegensatz zu den Europäerinnen und den Nordamerikanerinnen konnte bei den Patientinnen aus Asien kein verringertes Risiko im Zusammenhang mit Brust- und Gebärmutterkrebs festgestellt werden. „Unsere Studie liefert wichtige Erkenntnisse über das Krebsrisiko bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen. Es müssen jedoch noch gezielte Studien folgen, die genauer in den Blick nehmen, ob die Autoimmunerkrankungen selbst oder möglicherweise ihre medikamentöse Behandlung sich auf das Krebsrisiko positiv oder negativ auswirken“, erklärt Fischer, sie ist Gesundheitswissenschaftlerin und Erstautorin der Studie.
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