RheumaPreis 2018: Integration von Menschen mit Rheuma im Beruf25. September 2018 © W. Zikas, Fotolia.com Sie sind ein Vorbild für die gelungene Integration von chronisch kranken Menschen im Berufsleben: Am 21. September verlieh die Initiative RheumaPreis in Mannheim den RheumaPreis 2018 an zwei Arbeitnehmerinnen, ihre Arbeitgeber und eine Selbstständige mit jeweils 3000 Euro Preisgeld. Damit würdigte die Initiative bereits zum 10. Mal herausragende Lösungen, die es Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ermöglichen, weiter am Berufsleben teilzuhaben. „Mein Motto war und ist es, mich von Rheuma nicht unterkriegen zu lassen“, sagt die Preisträgerin Ines Brodbeck. Seit ihrem fünften Lebensjahr leidet die heute 36-Jährige aus Schönaich an Rheumatoider Arthritis. Gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber, dem Landratsamt Böblingen, schuf die Verwaltungsangestellte in der Rechenstelle des Sozialamts die Rahmenbedingungen, um trotz der Erkrankung ihren Beruf ausüben zu können. „Frau Brodbeck verfügt über mehrere Berufsausbildungen – diese Qualifikationen haben ihr den Weg in das Landratsamt geebnet“, sagt Bettina Wagner, Personalamtsleiterin des Landratsamts Böblingen. „Bereits im Vorstellungsgespräch ist sie sehr offen mit ihrer rheumatischen Erkrankung umgegangen und hat von sich aus über mögliche Folgen informiert. Diese Ehrlichkeit und die innere Einstellung von Frau Brodbeck, trotz gesundheitlicher Belastung – oder gerade deshalb – weiter leistungsbereit zu sein, haben uns sehr imponiert.“ „Die drei Preisträgerinnen und ihre Arbeitgeber haben Vorbildcharakter über ihre Branche und ihren Standort hinaus“, betonte der parlamentarische Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart während der Preisverleihung. „Ich freue mich, dass die Initiative RheumaPreis bereits im zehnten Jahr die Integration chronisch kranker Menschen im Berufsleben würdigt und damit fördert.“ Der mit jeweils 3.000 Euro dotierte RheumaPreis soll zu mehr Offenheit im Umgang mit der Erkrankung ermutigen und dazu beitragen, dass ein aktives Berufsleben für Menschen mit Rheuma zur Selbstverständlichkeit wird. „Ich glaube, die größte Erkenntnis für Menschen mit Rheuma ist, dass es der beste Selbstschutz ist, offen mit der Erkrankung umzugehen“, sagte Prof. Matthias Schneider vom Universitätsklinikum Düsseldorf und Mitinitiator des RheumaPreises im Rahmen der Preisverleihung. „Es gibt viele Beispiele, bei denen der Arbeitgeber nicht nur die gute Arbeitskraft sieht und unterstützt, weil er sie halten will, sondern den ganzen Menschen im Blick hat.“ „Die Initiative RheumaPreis will das gesamtgesellschaftliche Engagement für Menschen mit Rheuma fördern und besonders die Situation der Betroffenen am Arbeitsplatz verbessern. Arbeitgeber sollen für die Chancen sensibilisiert werden, die in der Beschäftigung von Menschen mit Rheuma liegen und deren Fähigkeiten optimal einsetzen und fördern“, betonte auch die Schirmherrin des RheumaPreises, Donata Apelt-Ihling, Vorstandsmitglied der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände e.V., Stuttgart und Gesellschafterin der Alfred Apelt GmbH in Oberkirch. „Daher nehmen wir die Initiative gerne zum Anlass, uns als Arbeitgeber noch stärker für die Belange von Menschen mit chronisch-entzündlichen Krankheiten wie Rheuma einzusetzen.“ Weitere Preisträgerinnen sind Michaela Frank aus Winnenden, die im Alter von 40 Jahren an Rheumatoider Arthritis erkrankt ist mit ihrem heutigen Arbeitgeber, dem Klinikum Schoß Winnenden, sowie Anja Karlstetter aus Tornesch, die mit 40 Jahren an einer mikroskopischen Polyangiitis erkrankte und die heute mit einer Kollegin das gemeinsame Fitnessstudios ,inBalance‘ betreibt. Hintergrund RheumaPreis: Mit dem RheumaPreis werden Personen mit Rheuma und Unternehmen beziehungsweise Bildungsstätten öffentlich gewürdigt, die gemeinsam partnerschaftliche Lösungen für eine langfristige berufliche Einbindung gefunden haben – ob für die Karriere oder bei den ersten beruflichen Schritten wie einer Ausbildung oder einem Studium. Die ausgezeichneten Lösungen haben bundesweit Vorbildcharakter. So will die Initiative RheumaPreis zu einem Wandel der öffentlichen Wahrnehmung beitragen. Darüber hinaus fordert sie in einem Call-to-Action Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Gesundheitswesen auf, die berufliche Situation von Menschen mit chronisch-entzündlichem Rheuma zu verbessern. Der RheumaPreis wird gemeinsam an den Arbeitnehmer/Studierenden und den Arbeitgeber/die Bildungsstätte oder den Selbständigen verliehen. Eine unabhängige Jury aus Medizinern, Rheumatologischen Fachassistenten, Experten für die berufliche Integration Erkrankter, Arbeitsmedizinern und Patientenvertretern bewertet die Einsendungen. Informationen unter www.rheumapreis.de.
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