Rheumatoide Arthritis: Erhöhtes Risiko für Aortenklappenstenose17. Januar 2024 © Pitchy – stock.adobe.com (Symbolbild) Patienten mit einer Rheumatoiden Arthritis (RA) haben offenbar ein erhöhtes Risiko, eine Aortenklappenstenose (AS) zu entwickeln. Das zeigt eine Kohortenstudie aus den USA, für welche rund 73.000 RA-Patienten mit knapp 640.000 nach Alter und Geschlecht gematchten Personen ohne RA verglichen wurden. Die Daten stammen von der US-amerikanischen Veterans Health Administration sowie den Centers for Medicare & Medicaid Services zwischen 2000 und 2019. Die Kohorte wurde bis zum Auftreten einer AS, einer Aortenklappenintervention oder bis zum Tod verfolgt. Eine AS war definiert als eine Kombination aus stationären oder ambulanten Diagnosen, chirurgischem oder Transkatheter-Aortenklappenersatz oder AS-bedingtem Tod unter Verwendung von Diagnose- und Verfahrenscodes. Das Risiko für die Entwicklung einer AS bewerten die Studienautoren mit multivariablen Cox-Proportional-Hazards-Modellen unter Berücksichtigung von Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Raucherstatus, Body-Mass-Index, regionaler Lage, Komorbiditäten und Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Die Kohorte umfasste 73.070 Patienten mit RA (87,6% Männer; mittleres Alter 63,0 ±11,9 Jahre), die mit 639.268 Patienten ohne RA (86,7% Männer; mittleres Alter 61,9 ±11,7 Jahre) gematcht wurden. Es wurden 16.109 zusammengesetzte AS-Outcomes erfasst, die in 6.223.150 Personenjahren auftraten. Die AS-Inzidenzrate betrug 3,97 (95%-KI 3,81–4,13) pro 1000 Personenjahre bei Patienten mit RA und 2,45 (95%-KI 2,41–2,49) pro 1000 Personenjahre bei den Kontrollpatienten (absolute Differenz 1,52/1000 Personenjahre). Die RA war mit einem erhöhten Risiko für AS (bereinigte [aHR] 1,48; 95%-KI 1,41–1,55), Aortenklappenintervention (aHR 1,34; 95%-KI 1,22–1,48) und AS-bedingtem Tod (aHR 1,26; 95%-KI 1,04–1,54) assoziiert. Weitere Studien sollten klären, ob Herzklappenerkrankungen, insbesondere AS, eine übersehene kardiovaskuläre Komplikation bei RA darstellen, betonen die Verfasser der Studie. Fazit In dieser Kohortenstudie wurde RA mit einem höheren Risiko für die Entwicklung einer AS, einen Aortenklappen-Eingriff oder infolge einer Aortenstenose zu versterben in Verbindung gebracht. Weitere Studien sollten klären, ob Herzklappenerkrankungen, insbesondere AS, eine übersehene kardiovaskuläre Komplikation bei RA darstellen, betonen die Verfasser der Studie. (ah) Autoren: Johnson TM et al. Korrespondenz: Bryant England; [email protected] Studie: Aortic Stenosis Risk in Rheumatoid Arthritis Quelle: JAMA Intern Med 2023;183(9):973–981. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2023.3087
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