Richtige Klinikwahl trägt zum Erfolg von Knie- und Hüftersatz-OPs bei1. Oktober 2020 Bild: catinsyrup, AdobeStock Den Tag der älteren Generation (1. Oktober) haben DGOOC und DGOU genutzt, um darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, dass Ältere sich im Vorfeld ein Hüft- oder Knie-OP gut informieren. Dies gelte bezüglich der Klinikauswahl, aber auch Maßnahmen, die sie selbst ergreifen könnten, um den OP-Erfolg zu erhöhen. „Bei einem künstlichen Gelenkersatz sind ältere Menschen in einem Endoprothetik-Zentrum gut aufgehoben. Die Patienten werden von erfahrenen Operateuren und durch ein interdisziplinäres Team behandelt, welches besonders die häufigen Zusatzerkrankungen im hohen Alter berücksichtigt“, sagte Prof. C. Dieter Wirtz, DGOOC-Präsident und Präsident der DGOU. Orientierung biete etwa die Endomap-Kliniksuche. Betroffene könnten schauen, welche zertifizierte Klinik sich in ihrer Nähe befindet. Pro Jahr erhalten mehr als 400.000 Menschen ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Ca. 70 Prozent dieser Operationen werden in das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) gemeldet, einem freiwilligen Register, das die Qualität in der Endoprothetikversorgung misst und darstellt. Darin stellen mit jeweils über 30 Prozent Patienten der Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen den größten Anteil bei den Hüftimplantationen und die Gruppe der 65- bis 74-Jährigen bei den Knieeingriffen. „Für diese Patienten halten die EndoCert-zertifizierten Kliniken ein gesondertes Versorgungskonzept bereit“, erklärte Dr. Holger Haas, Vorsitzender der EndoCert-Zertifizierungskommission und Chefarzt am Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin des Gemeinschaftskrankenhauses in Bonn. Denn gerade ältere Menschen leiden oft auch an anderen Erkrankungen, die neben der Arthrose des betroffenen Gelenks die Lebensqualität beeinflussen und die Erholung nach dem Eingriff erschweren können. Nach Angaben der Fachgesellschaften müssen EndoCert-zertifizierte Einrichtungen nachweisen, dass sie neben der erforderlichen Kooperation mit einer Abteilung für Innere Medizin über ein spezialisiertes Behandlungskonzept gerade für ältere Menschen verfügen. Dies gelte vor allem für die Häuser, in denen diese Aufgabe nicht durch eine Abteilung für Geriatrie von Altersmedizinern übernommen werden könne. Damit sei gewährleistet, dass Endoprothetik-Zentren den besonderen Herausforderungen des älteren Menschen bei seiner Behandlung gerecht werden. Laut der Fachgesellschaften trägt etwa die Hälfte aller Endoprothetik-Versorger in Deutschland das Gütesiegel EndoCert. Dort operierten erfahrene und routiniert Endoprothetiker, was einen positiven Einfluss auf das OP-Ergebnis habe, betonte Prof. Karl-Dieter Heller, Präsident der DGOU-Sektion AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik und Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik am Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig. Daher schrieben die EndoCert-Standards u.a. vor, dass ein Hauptoperateur mindestens 50 Prothesen pro Jahr implantieren müsse, bei einem Senior-Hauptoperateur seien es mindestens 100. Auch die Indikationsstellung und Hygienestandards würden in EndoCert-Kliniken nach festen Vorgaben umgesetzt. Maßnahmen, an denen die Patienten selbst mitwirken können, um sich im Vorfeld der OP vorzubereiten und so maßgeblich am OP-Erfolg beizutragen, sind nach Angaben der Fachgesellschaften Folgende: Mit dem Rauchen pausieren oder ganz verzichten:Wundheilungsstörungen am Implantat treten bei Rauchern doppelt so häufig auf wie bei Nicht-Rauchern. Diese schädlichen Effekte lassen sich jedoch mit einem Rauchverzicht bereits ab sechs Wochen vor und nach der OP minimieren. Training im Vorfeld:Langes Liegen bringt insbesondere den Körper von älteren Patienten aus dem Gleichgewicht, Muskeln werden schnell abgebaut. Daher ist die schnelle Mobilisation nach dem Eingriff wichtig für den Behandlungserfolg. Betroffene sollten bereits vor der OP ihre Muskeln gut trainieren, damit sie nach dem Eingriff wieder schnell fit werden. Blutzuckereinstellung bei Diabetes mellitus: Um Infektionen und sonstige Komplikationen zu verhindern, hat sich das Augenmerk in jüngster Zeit auf die Blutzuckerwerte vor und während der Behandlung im Krankenhaus gerichtet. Normale Blutzuckerwerte tragen dazu bei, dass die OP im Normbereich komplikationslos und infektionsfrei verläuft. Daher sollte die Blutzuckereinstellung auch im OP-Vorfeld ärztlich überprüft werden. Ernährung anpassen: Übergewicht erhöht das Komplikationsrisiko bei einer endoprothetischen Versorgung. Eine Gewichtsabnahme im Vorfeld der OP ist hilfreich. Übergewicht belastet die Gelenke und gilt beim Knie als einer der Hauptgründe für Arthrose. Weitere Informationen:www.dgooc.dewww.endocert.deEndomap-Kliniksuche unter: www.endomap.de/de/index
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