Risiko für die Austreibung von Intrauterinpessaren: Bekannte physiologische Faktoren identifiziert

NORTH CAROLINA (Biermann) – Mary Anthony vom Research Triangle Institute (USA) und ihre Kollegen untersuchten, inwieweit die Intrauterinpessar(IUP)-­Austreibung mit demografischen und klinischen Risikofaktoren assoziiert ist.

Sie stellten fest, dass die meisten Risiko­faktoren für eine IUP-Austreibung mit bekannten physiologischen Faktoren (z. B. Alter, Body-Mass-Index [BMI], starke Menstruationsblutungen, Parität) übereinzustimmen, die die Anatomie und Physiologie der Gebärmutter beeinflussen.

Die Studie wurde als US-amerikanische Kohortenstudie mit elektronischen Patientenakten aus 3 integrierten Gesundheitssystemen und einem System zum Informationsaustausch im Gesundheitswesen durchgeführt. Die Analysen umfassten Frauen im Alter von ≤50 Jahren mit IUP-Insertionen zwischen 2001 und 2018. Die Wissenschaftler erfassten zudem die kumulative Inzidenz und Inzidenzraten der IUP-Austreibung. Die Schätzung der HRs erfolgte vor und nach Anpassung für Risikofaktoren (Alter, ethnische Zugehörigkeit, Parität, BMI, starke Menstruationsblutungen und Dysmenorrhoe) und potenzieller Störfaktoren unter Verwendung von Cox-Regressionsmodellen.

Insgesamt identifizierten die Autoren 228.834 Frauen mit IUP-Insertion (80,7 % mit Levonorgestrel-freisetzendem IUP) und keiner Entbindung in den letzten 52 Wochen. Die Diagnose starker Menstruationsblutungen, v. a. eine Diagnose in den letzten und vergangenen Perioden, war der stärkste Risikofaktor für eine IUP-Austreibung. Zu den Kategorien mit dem höchsten Risiko einer Austreibung gehörten innerhalb jedes Risikofaktors Frauen, bei denen Übergewicht, Fettleibigkeit und krankhafte Adipositas diagnostiziert wurden.

Das Gleiche galt für Frauen jüngerer Altersgruppen, insbesondere im Alter von ≤24 Jahren, und mit einer Parität von ≥4. Nichthispanische, europäischstämmige Frauen hatten die geringste Inzidenz sowie das geringste Risiko für eine Austreibung – im Gegensatz zu asiatisch-stämmigen Frauen oder pazifischen Insulanerinnen mit dem höchsten Risiko. Dysmenorrhoe war nicht un­abhängig mit dem Austreibungsrisiko assoziiert, wenn für starke Menstruationsblutungen angepasst wurde. (sh)

Autoren: Anthony MS et al.
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Studie: Demographic, Reproductive, and Medical Risk Factors for Intra­uterine Device Expulsion
Quelle: Obstet Gynecol 2022;140(6):1017–1030.
Web: www.doi.org/10.1097/AOG.0000000000005000