Risiko für Lebererkrankungen bereits bei geringem Alkoholkonsum erhöht6. August 2020 © gewitterkind – stock.adobe.com (Symbolbild) Mithilfe von nationalen Registern untersuchten skandinavische Wissenschaftler die Konsequenzen des Alkoholkonsums für Krankenhauseinweisungen, Leber- und bösartige Krebserkrankungen, kardiovaskuläre Krankheiten (CVD) sowie auf die Mortalität. Die Studie umfasste insgesamt 8345 Personen mit hepatischer Steatose, mit einem Fettleberindex >60. Ausschlusskriterien waren klinische Lebererkrankungen bei Studienbeginn, Virushepatitis, Alkoholkonsum >50 g/Tag und eine derzeitige Abstinenz. Bezüglich des Alkoholkonsums zeigte sich ein dosisabhängiger Anstieg des Risikos für fortgeschrittene Lebererkrankungen und Malignitäten: Der Konsum von 10–19 g Alkohol/Tag im Allgemeinen oder 0–9 g/Tag in Form von Nicht-Weingetränken verdoppelte das Risiko für eine fortgeschrittene Lebererkrankung im Vergleich zu lebenslangen Abstinenzlern. Im Gegensatz dazu war ein Alkoholkonsum von bis zu 49 g/Tag mit einer 22 bis 40%igen Verringerung der Inzidenz von CVD verbunden. Diese Vorteile in Bezug auf CVD und Mortalität wurden jedoch nur bei Personen beobachtet, die niemals rauchten. Ein Alkoholkonsum von >30 g/Tag ergab im Vergleich zu lebenslangen Abstinenzlern ein signifikant erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Fazit Aus diesen Daten ergibt sich, dass selbst ein geringer Alkoholkonsum bei Fettlebererkrankung mit einem erhöhten Risiko für fortgeschrittene Lebererkrankungen und Krebs assoziiert ist. Geringer bis mäßiger Alkoholkonsum ist mit einer verringerten Mortalität und einem geringeren CVD-Risiko verbunden, jedoch nur bei Nichtrauchern. (bi) Autoren: Åberg F et al. Korrespondenz: Fredrik Åberg; [email protected] Studie: Risks of Light and Moderate Alcohol Use in Fatty Liver Disease: Follow-Up of Population Cohorts Quelle: Hepatology 2020;71(3):835–848. Web: https://doi.org/10.1002/hep.30864