Risiko für venöse Thromboembolien bei Herzinsuffizienz erhöht30. März 2020 © Kateryna_Kon – stock.adobe.com Neu auftretende Herzinsuffizienz (inkl. Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion [HFpEF] und Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion [HFrEF]), die eine Hospitalisierung erforderte, sowie echokardiographische Indikatoren für linksventrikuläres Remodeling waren in einer aktuellen prospektiven, bevölkerungsbasierten Studie mit einem stark erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, das lange anhielt. Um langfristig eine VTE bei HF-Patienten über den Krankenhausaufenthalt hinaus zu verhindern, seien evidenzbasierte Strategien erforderlich, bilanzieren die Wissenschaftler um Dr. Christina Fanola vom University of Minnesota Medical Center in Minneapolis, USA. Im Rahmen ihrer Studie hatten sie in der Atherosclerosis-Risk-In-Communities(ARIC)-Kohorte das VTE-Risiko im Zusammenhang mit neu auftretender HF, HF-Subtypen sowie von abnormalen echokardiographischen Messwerten in Abwesenheit von klinischer HF bewertet. Während der Nachbeobachtung wurden in der ARIC-Studie neu auftretende Fälle von HF identifiziert und in HFpEF und HFrEF eingeteilt. Bei der 5. klinischen Untersuchung erfolgte eine Echokardiographie. Die Ärzte hätten eine neu auftretende VTE anhand von Krankenhausunterlagen adjudiziert, schildern die Autoren. Den Zusammenhang zwischen HF oder echokardiographischen Messungen und VTE bewerteten sie anhand adjustierter Cox-Modelle (Proportional Hazards). Über im Durchschnitt 22 Jahre wurden bei 13.728 Studienteilnehmern, von denen 2696 (20%) neu eine HF entwickelten, 729 nachfolgende VTE-Ereignisse identifiziert. Wie sich zeigte, war eine HF mit einem erhöhten Langzeitrisiko für VTE verbunden (adjustierte HR 3,13; 95%-KI 2,58–3,80). Bei 7588 Studienteilnehmern, die im Durchschnitt 10 Jahre lang nachbeobachtet wurden, war das Risiko für VTE bei HFpEF (adjustierte HR 4,71; 95%-KI 2,94–7,52) und HFrEF (adjustierte HR 5,53; 95%-KI 3,42–8,94) ähnlich. Bei 5438 Probanden ohne HF, die im Mittel 3,5 Jahre lang nachbeobachtet wurden, stellten sich die relative und die mittlere Wandstärke des linken Ventrikels als unabhängige Prädiktoren einer VTE heraus. Fazit In dieser prospektiven bevölkerungsbasierten Studie waren neu auftretende HF (inkl. HFpEF und HFrEF), die eine Hospitalisierung erforderte, sowie echokardiographische Indikatoren für linksventrikuläres Remodeling mit einem stark erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) verbunden, das lange anhielt. (sf) Autoren: Fanola CL et al. Korrespondenz: Christina L Fanola; [email protected] Studie: Incident Heart Failure and Long-Term Risk for Venous Thromboembolism Quelle: J Am Coll Cardiol 2020;75(2):148–158. Web: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2019.10.058