Risikofaktor positiver Absetzungsrand – Radiotherapie hilft nicht26. Juli 2023 Grafik (Symboldbild): SciePro – stock.adobe.com Bei Prostatakrebspatienten mit hohem/sehr hohem (HR/VHR) Risiko und ausschließlich Gleason-Grad-Gruppe (GGG) 4–5 scheint die Vermeidung positiver Absetzungsränder (positive surgical margin, PSM) der wichtigste Faktor zur Reduktion der tumorbedingten Mortalität zu sein, während eine Radiotherapie (RT) keinen Vorteil bringt. Dies schließen die Studienautoren um Andrea Panunzio von der Abteilung für Urologie der Azienda Ospedaliera Universitaria Integrata di Verona (Italien) aus einer Analyse der Datenbank „Surveillance, Epidemiology, and End Results“ (SEER, 2010–2015), die sie im Journal „Prostate“ veröffentlicht haben. Sie konzentrierten sich dabei auf HR/VHR-Patienten, deren Karzinom bei der radikalen Prostatektomie mit GGG 4–5 eingestuft wurde. Mithilfe von Kaplan-Meier-Diagrammen und multivariablen Cox-Regressionsmodellen testeten die Wissenschaftler die Beziehung zwischen PSM und der krebsspezifischen Mortalität (CSM). Darüber hinaus untersuchten sie die Wirkung von RT auf CSM bei PSM-Patienten. Von 3383 HR/VHR-Patienten wiesen 15,1% (n=511) PSM auf. Patienten mit PSM hatten höhere Raten von GGG 5 (60,1% vs. 50,9%; p<0,001), pathologischem Tumorstadium T3a (69,1% vs. 45,2%; p<0,001) und Lymphknotenbefall (14,1% vs. 9,4%; p<0,001), relativ zu Patienten ohne PSM. Die PSM-Raten sanken im Zeitraum von 2010 bis 2015)von 16,0% auf 13,6%. Die 7-Jahres-CSM-freien Überlebensraten betrugen 91,6% gegenüber 95,7% bei Patienten mit bzw. ohne PSM. In multivariablen Cox-Regressionsmodellen erwies sich PSM als ein unabhängiger Prädiktor für CSM (HR 1,6; p=0,040), selbst nach Adjustierung für Alter, PSA-Wert, pathologisches Tumorstadium und Lymphknotenstatus. RT reduzierte bei PSM-Patienten das CSM weder in univariablen noch in multivariablen Cox-Regressionsmodellen. (ms)
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