Risikofaktoren für Rezidive der bakteriellen Vaginose und vulvovaginalen Candidose9. August 2026 Symbolbild © Victuscon/stock.adobe.com Eine retrospektive Studie aus Australien zeigt, welche Faktoren mit bakterieller Vaginose und vulvovaginaler Candidose sowie insbesondere den häufigen Rezidiven bei diesen Infektionen assoziiert sind. Für die Studie wurden Daten von 50.245 Frauen ausgewertet, die zwischen 2012 und 2021 das Melbourne Sexual Health Centre aufsuchten. Analysiert wurde jeweils der erste jährliche Test auf bakterielle Vaginose beziehungsweise Vulvovaginalkandidose. Darüber hinaus untersuchten die Forschenden Faktoren, die mit Rezidiven innerhalb von zwölf Monaten assoziiert waren. Infektionsraten nahmen im Studienzeitraum zu Von 29.990 Frauen, die auf bakterielle Vaginose untersucht wurden, erhielten 9.343 (31 %) eine entsprechende Diagnose. Eine Vulvovaginalkandidose wurde bei 8.528 von 30.210 Frauen (28 %) festgestellt. Die Nachweisraten beider Infektionen nahmen im Verlauf des Studienzeitraums zu. Frauen hatten ein höheres Risiko für eine bakterielle Vaginose, wenn sie in den vorangegangenen drei Monaten mehr als einen männlichen Sexualpartner (adjustierte Odds Ratio [aOR] 1,29; 95 %-KI 1,21–1,39) oder mindestens eine weibliche Sexualpartnerin (aOR 1,69; 95 %-KI 1,49–1,92) angegeben hatten. Dagegen war sie bei Anwenderinnen hormoneller Kontrazeptiva geringer (aOR 0,73; 95 %-KI 0,68–0,79). Die Wahrscheinlichkeit für eine vulvovaginale Candidose war erhöht bei Frauen mit mehr als einem männlichen Sexualpartner in den vorangegangenen drei Monaten (aOR 1,11; 95 %-KI 1,04–1,19). Spirale mit höherem Rezidivrisiko bei bakterieller Vaginose verbunden Die Rezidivrate einer bakteriellen Vaginose betrug 22 pro 100 Personenjahre. Ein erhöhtes Rezidivrisiko bestand bei Sexarbeiterinnen (adjustierte Rezidivratenratio [aRRR] 2,02; 95 %-KI 1,71–2,39), Frauen mit festem Sexualpartner (aRRR 1,32; 95 %-KI 1,16–1,50) sowie Anwenderinnen eines Intrauterinpessars (IUP) (aRRR 1,29; 95 %-KI 1,07–1,56). Die Rezidivrate einer vulvovaginalen Candidose lag bei 17 pro 100 Personenjahre. Das Rezidivrisiko war erhöht bei Sexarbeiterinnen (aRRR 2,00; 95 %-KI 1,55–2,59) und Frauen mit festem Sexualpartner (aRRR 1,25; 95 %-KI 1,06–1,46). Beide Infektionen waren somit mit Risikofaktoren assoziiert, die für eine sexuelle Übertragbarkeit sprechen. Ein Zusammenhang zwischen der Anwendung eines Intrauterinpessars und Rezidiven zeigte sich nur für die bakterielle Vaginose. Dies stützt frühere Hinweise darauf, dass ein Intrauterinpessar das Risiko für die Entstehung und Persistenz einer ungünstigen vaginalen Mikrobiota erhöhen kann. Die Autoren von der Monash University, Carlton, betonen, dass bei der Behandlung dieser Infektionen sowohl die Sexualpartner als auch die verwendete Verhütungsmethode berücksichtigt werden sollten. (nec/lj)
Mehr erfahren zu: "Neue Methode zum Einsetzen der Spirale verringert Schmerzen" Weiterlesen nach Anmeldung Neue Methode zum Einsetzen der Spirale verringert Schmerzen Einer neuen Studie des Karolinska-Instituts (Schweden) zufolge kann eine einfache Methode unter Verwendung einer Lokalanästhesie in der Gebärmutter die Schmerzen beim Einsetzen einer Spirale verringern.
Mehr erfahren zu: "Sexuelle Gesundheit nach Brustkrebs bleibt häufig unbeachtet" Sexuelle Gesundheit nach Brustkrebs bleibt häufig unbeachtet Sexuelle Gesundheit und Intimität geraten bei der Genesung nach Brustkrebs häufig aus dem Blick. Eine qualitative Studie australischer Forschender zeigt, dass viele Frauen auch nach Abschluss der Behandlung mit sexuellen […]
Mehr erfahren zu: "KI-Modell sagt Rezidivrisiko bei frühem Brustkrebs genauer voraus" KI-Modell sagt Rezidivrisiko bei frühem Brustkrebs genauer voraus Ein neues KI-Modell hat in einer unabhängigen Gruppe der TAILORx-Studie das Rückfallrisiko bei frühem, hormonrezeptorpositivem und HER2-negativem Brustkrebs genauer unterschieden als der 21-Gene-Recurrence-Score.