Rita Schmutzler ist neue Präsidentin der Deutschen Krebshilfe

Prof. Rita Schmutzler. Bildquelle: Michael Wodak/Copyright: MedizinFotoKöln

Prof. Rita Schmutzler wird zum 01.02.2026 Präsidentin der Deutschen Krebshilfe und tritt damit die Nachfolge der bekannten Violinistin Anne-Sophie Mutter an. Mutter hatte das Amt von 2021 bis 2025 inne.

Der Stiftungsrat und der Vorstand der Deutschen Krebshilfe haben Schmutzler zur neuen Präsidentin der gemeinnützigen Organisation gewählt. Sie ist Gynäko-Onkologin und wissenschaftliche Pionierin auf dem Gebiet der risikoadaptierten Krebsprävention mit Fokus auf dem familiär bedingten Brust- und Eierstockkrebs. Bis 2025 war sie Direktorin des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs der Uniklinik Köln.

„Es ist mir eine große Freude und Ehre, das Amt der Präsidentin der Deutschen Krebshilfe zu übernehmen, und diese besondere Organisation – die seit über 50 Jahren Großartiges für Menschen mit Krebs leistet –, in den kommenden fünf Jahren in der Öffentlichkeit zu repräsentieren. Die Deutsche Krebshilfe finanziert nicht nur innovative Forschungsvorhaben und Initiativen auf allen Gebieten der Krebsbekämpfung. Sie setzt auch selbst wichtige Impulse, die Forschung und Versorgung voranbringen und damit Fortschritte für Patientinnen und Patienten bewirken“, sagt Schmutzler.

Persönlich liegen ihr insbesondere die Stärkung der Vernetzung von Versorgungsstrukturen, eine bessere Nutzung von Daten in der Onkologie sowie der Bereich Krebsprävention am Herzen. „Ich bin der Deutschen Krebshilfe seit vielen Jahren eng verbunden und dankbar, mich mit Überzeugung und Tatkraft für ihre Ziele einsetzen zu dürfen“, unterstreicht Schmutzler.

Exzellente Expertise und Vernetzung für die Ziele der Deutschen Krebshilfe

„Seit jeher ist es das Anliegen der Deutschen Krebshilfe, Krebserkrankungen in all ihren Erscheinungsformen zu bekämpfen und die onkologische Forschung und Patientenversorgung in Deutschland richtungsweisend zu fördern. Professorin Rita Schmutzler ist eine national wie international angesehene Ärztin und Wissenschaftlerin. Ich bin überzeugt, dass sie als Fachexpertin und Visionärin die Anliegen und Ziele der Deutschen Krebshilfe im Sinne der Betroffenen und Aller, die die Deutsche Krebshilfe unterstützen, überzeugend nach außen tragen wird“, sagt Prof. Charlotte Niemeyer, Vorsitzende des Stiftungsrates der Deutschen Krebshilfe.

„Ich freue mich, dass wir Professorin Rita Schmutzler als Präsidentin der Deutschen Krebshilfe gewinnen konnten. Frau Schmutzler stand der Deutschen Krebshilfe als ehrenamtliches Fachausschuss-Mitglied viele Jahre beratend zur Seite. Darüber hinaus ist sie in der wissenschaftlichen Community bestens vernetzt. Als Ärztin weiß sie, mit welchen Sorgen, Ängsten und Fragen Betroffene bei der Diagnose Krebs konfrontiert sind und kann ihre Belange in die Öffentlichkeit tragen. Rita Schmutzler wird die Deutsche Krebshilfe nicht nur inhaltlich mitprägen, sondern sie auch als glaubwürdige und starke Stimme der zahlreichen Patientinnen und Patienten in unserem Land nach außen repräsentieren“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe.

Der Wissenschaft und Forschung verpflichtet

Schmutzler studierte von 1979 bis 1984 Humanmedizin an der Universität Bonn, wo sie im Jahr 1984 auch promovierte. In den Jahren 1985 bis 1988 schloss sie die Amerikanischen Medizinischen Examina FMGEMS und FLEX erfolgreich ab. Zwischen 1986 bis 1992 absolvierte Schmutzler eine Weiterbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universität Bonn, wo sie ab 1994 auch den Aufbau und die Leitung des Zentrums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs an der Frauenklinik übernahm. Von 1994 bis 1997 erhielt sie ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und habilitierte im Jahr 1997 im Fachgebiet Gynäkologie und Geburtshilfe.

2003 nahm Schmutzler den Ruf auf eine Stiftungsprofessur der Deutschen Krebshilfe für Molekulare Gynäko-Onkologie an der Universität zu Köln an und hat an der Uniklinik Köln das deutschlandweit größte Zentrum für erblichen Brust- und Eierstockkrebs aufgebaut. Seit 2005 koordiniert sie das Konsortium der 23 Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs in Deutschland.

Als Leiterin mehrerer Drittmittel geförderter Forschungsprojekte zur Identifikation und diagnostischen, präventiven und therapeutischen Bedeutung Brustkrebs-assoziierter Risikogene, u.a. durch die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), gehört Schmutzler seit 1994 zu den prägenden Persönlichkeiten auf diesem Gebiet. Am 9. Oktober 2025 hielt sie in Köln ihre öffentliche Abschiedsvorlesung und ist seitdem emeritiert.

Vielfach ausgezeichnet

Schmutzler erhielt im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Deutschen Krebspreis 2020 der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, den Universitätspreis für Forschung 2020 der Universität zu Köln, den Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2021 sowie den Deutschen Preis für Krebspräventionsforschung 2023 des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Seit 2010 ist sie Gründungsmitglied der Patientenorganisation BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiären Krebserkrankungen. Das Netzwerk informiert über familiären Krebs und unterstützt sowohl Patienten nach einer entsprechenden Diagnose als auch Menschen, die vermuten, dass bei ihnen eine erbliche Belastung vorliegen könnte.