Rivaroxaban bei Patienten mit Herzinsuffizienz: Keine präventive Wirkung9. Januar 2019 © Spectral-Design -fotolia.com Die Autoren der COMMANDER-HF-Studie stellten die Hypothese auf, dass die Behandlung mit Rivaroxaban, einem Faktor-Xa-Inhibitor, die Thrombinbildung reduzieren und die Ergebnisse für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und einer zugrunde liegenden koronaren Herzkrankheit verbessern könnte. Die nun im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Daten bestätigen diese Hypothese jedoch nicht. In der doppelblinden, randomisierten Studie wurden 5022 KHK-Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ohne Vorhofflimmern eingeschlossen, die zuvor bereits eine Behandlung wegen dekompensierter Herzinsuffizienz erhalten hatten. Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion lag bei ≤40 %, die Plasmakonzentration natriuretischer Peptide war erhöht. Die Patienten erhielten zusätzlich zur Standardbehandlung randomisiert entweder Rivaroxaban (n=2507) in einer Dosis von 2,5 mg 2-mal täglich oder Placebo (n=2515). Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die Kombination von Todesfällen jeglicher Ursache, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der wichtigste Sicherheitsendpunkt waren tödliche Blutungen oder Blutungen in kritische Organe mit der Möglichkeit einer dauerhaften Behinderung. Im medianen Nachbeobachtungszeitraum von 21,1 Monaten trat der primäre Endpunkt bei 626 (25,%) Patienten auf, die Rivaroxaban erhalten hatten. Unter Placebo war dies bei 658 (26,2 %) Patienten der Fall (Hazard Ratio [HR] 0,94; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,84–1,05; P=0,27). Es wurde kein signifikanter Unterschied in der Gesamtmortalität zwischen der Rivaroxaban-Gruppe und der Placebo-Gruppe festgestellt (21,8 % bzw. 22,1 %; HR 0,98; 95 %-KI 0,87–1,10). Der Sicherheitsendpunkt trat unter Rivaroxaban bei 18 Patienten auf vs. 23 Patienten, die Placebo erhalten hatten (HR 0,80; 95 %-KI 0,43–1,49; P=0,48). Somit war Rivaroxaban in einer Dosis von 2-mal täglich 2,5 mg bei KHK-Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, verminderter linksventrikulärer Ejektionsfraktion und ohne Vorhofflimmern im Vergleich zu Placebo nicht mit einer signifikant niedrigeren Sterbe-, Myokardinfarkt- oder Schlaganfallrate assoziiert. Nach Meinung der Autoren um Prof. Faiez Zannad ist der wahrscheinlichste Grund für die mangelnde Wirksamkeit von Rivaroxaban in der aktuellen Studie, dass Thrombin-vermittelte Ereignisse nicht die Hauptursache für mit Herzinsuffizienz in Zusammenhang stehende Ereignisse bei Patienten sind, die vor Kurzem wegen Herzinsuffizienz im Krankenhaus waren. Fazit Rivaroxaban ist bei KHK-Patienten nicht mit einer signifikant niedrigeren Sterbe-, Myokardinfarkt- oder Schlaganfallrate assoziiert. Autoren: Zannad F et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Rivaroxaban in Patients with Heart Failure, Sinus Rhythm, and Coronary Disease Quelle: N Engl J Med 2018;379(14):1332–1342. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1808848
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