Robert-Koch-Preis 2022 für Philip Felgner und Drew Weissman

Robert Koch Preisträger 2022 Professor Felgner. Copyright: RKS Ausserhofer

„Die Zukunft von mRNA ist gigantisch“, sagte Prof. Drew Weissman in seiner Dankesrede während der festlichen Preisverleihung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zusammen mit Lipofektion-Entwickler Dr. Philip Felgner ist der Pionier auf dem Gebiet der mRNA-Therapien jetzt mit dem mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis ausgezeichnet worden. 

„Nach wie vor stehen wir vor großen Herausforderungen in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten.“ Mit diesen Worten eröffnete der Vorstandsvorsitzende der Robert-Koch-Stiftung, Prof. Dr. Wolfgang Plischke, die Feierstunde. „Wesentliche Veränderungen in der medizinischen Praxis haben viele Mütter und Väter, aber sind in der Regel nur auf der Grundlage fundamentaler wissenschaftlicher Entdeckungen möglich. Heute ehren wir Forscher, die solche fundamentalen Entdeckungen gemacht haben, die Robert-Koch-Preisträger Professor Felgner und Professor Weissman.“

Robert Koch Preisträger 2022 Professor Weissman.
Copyright: RKS Ausserhofer

 „Millionen von Menschenleben gerettet“ „Diesem Preis wohnt ein Zauber inne“, sagte Karl Lauterbach über die Tatsache, dass der Robert-Koch-Preis schon 14 Mal eine „Voraussage“ für den Nobelpreis war. Der wissenschaftliche Beirat der Robert-Koch-Stiftung treffe oft eine „zielgenaue Auswahl“ bei der Entscheidung über die Gewinner*innen. Bemerkenswert sei zudem, dass die Arbeit der diesjährigen Preisträger und ihrer Teams „Millionen von Menschen das Leben gerettet“ haben. Weissman war es als Professor für Medizin an der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania in den USA gelungen, mRNA so zu verändern, dass sie von den Zellen nicht mehr als fremd erkannt wird, und deshalb auch keine Abwehrreaktion mehr auslöst. Dadurch ermöglichte mRNA-Impfstoffe haben entscheidend zur Bewältigung der Corona-Pandemie beigetragen. „Dieser Preis ist aber nicht für mich allein – er ist unbedingt eine Auszeichnung meiner Laborkolleg*innen und meines Teams“, so Weissman. „Ich habe mich seit Monaten jeden Tag auf diesen Moment gefreut“, sagte Felgner (Direktor des Irvine Vaccine Research and Development Centers und der Protein Microarray Laboratory and Training Facility, University of California, USA) in seiner Rede. „Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der sich Technologien rasant entwickelt haben. Bis heute in der Wissenschaft tätig zu sein, ist für mich seit jeher bereichernd, aber bei Terminen wie diesem die Möglichkeit zum Austausch mit so vielen anderen Wissenschaftler*innen zu haben, ist ein Geschenk.“ Philip Felgner wurde für die Entwicklung der Lipofektion ausgezeichnet, einer Technologie, die nicht nur die Grundlage der modernen mRNA-Impfstoffe ist, sondern auch breite Anwendung in der Grundlagenforschung findet und eine Schlüsseltechnologie der Medizin ist, um Wirkstoffe in Zellen einzuschleusen.