Roboter-Verfahren als minimalinvasive Option für Frühzystektomie bei nicht muskelinvasivem Blasenkrebs

Roboterassistierte Operation. Foto: Damian – stock.adobe.com

Wenn bei nicht muskelinvasivem Blasenkrebs (NMIBC) eine radikale Frühzystektomie nötig wird, dann lassen sich mit dem robotergestützte Vorgehen gleichwertige Ergebnisse wie mit dem offenen Verfahren erzielen. Das ergibt eine langfristige multizentrische Analyse.

Eine internationale Autorengruppe hat die 12-Jahres-Überlebensergebnisse von Patienten mit NMIBC publiziert, die sich einer robotergestützten radikalen Zystektomie (RARC) mit intrakorporaler Harnableitung (ICUD) unterzogen haben. Ihr Fazit: Das robotergestützte Verfahren ist eine minimalinvasive Option für NMIBC-Patienten, die sich einer Frühzystektomie unterziehen müssen, und bietet vergleichbare Langzeitergebnisse wie der offene Zugangsweg.

Die Mediziner um Neeraja Tillu von der Abteilung für Urologie an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York werteten eine prospektiv geführte multizentrische Datenbank der Jahre 2004–2022 aus, um Patienten zu identifizieren, die sich einer RARC unterzogen hatten. Sie verwendeten univariate und multivariate Modelle, um Faktoren für Upstaging (≥pT2, ≥pN1) zu analysieren, und Kaplan-Meier-Kurven zur Vorhersage des krebsspezifischen und Gesamtüberlebens (CSS bzw. OS).

Von 355 Patienten mit NMIBC (295 Männer, 60 Frauen) wiesen 12,68% ein pT2-Stadium, 8,2% ein pT3-Stadium, 4,2% ein pT4-Stadium, 5,4% ein pN1-Stadium und 2,8% ein pN2-Stadium auf. Eine Reihe von Faktoren sagten Upstaging vorher: Alter ab 83 Jahre (Odds Ratio [OR] 19,7), Carcinoma in situ (CIS) in Kombination mit einem Ta/T1-Blasenkarzinom (OR 2,7), Plattenepithelkarzinom (OR 6,6) und abweichende Histologie (OR 6,2). Ein Body-Mass-Index ≥28 kg/m² (OR 0,4) und das Vorliegen eines alleinigen Tumor-in-situ-Stadiums (OR 0,1) reduzierten dagegen das Upstaging-Risiko.

Schlechtere Überlebensraten bei Upstaging

Die OS-Rate der gesamten Kohorte betrug 93% nach einem Jahr, 87% nach 5 Jahren und 49% nach 12 Jahren. Die CSS-Rate lag bei 97% nach einem Jahr, bei 83% nach 5 Jahren und bei 76% nach 12 Jahren. Die OS-Analyse ergab, dass in der Kohorte ohne Upstaging (52%; 95%-KI 37–74 ) nach 12 Jahren mehr Patienten überlebt hatten als in der Kohorte mit Upstaging (39%; 95 %-KI 26–57). Auch das CSS war in der Kohorte ohne Upstaging höher (79%; 95%-KI 71–88; p<0,001) als in der Kohorte mit Upstaging (68%; 95%-KI 56–82; p<0,001).

„Diese Studie liefert die längsten Nachbeobachtungsdaten zur RARC bei NMIBC“, betonen die Autoren. „Das Vorliegen eines CIS, einer abweichenden Histologie und ein pT1-Stadium nach transurethraler Resektion des Blasentumors waren Prädiktoren für ein Upstaging, das mit einem höheren Rezidivrisiko und einem schlechteren Überleben korrelierte.“

(ms)