Roboterassistierte Nephrektomie mit Tumor-Thrombektomie erweist sich als sicher

OP-Roboter. Symbolbild (KI-generiert): Yvonne Bogdanski – stock.adobe.com

Die roboterassistierte Nephrektomie mit Entfernung venöser Tumorthromben (robot-assisted nephrectomy and venous tumor thrombectomy, RA-N-VTT) ist sicher durchführbar und führt bei ausgewählten Patienten zu akzeptablen Operations- und Überlebensraten.

Darüber berichtet ein chinesisches Forscherteam um Erstautor Qingbo Huang vom Chinese People’s Liberation Army General Hospital (PLAGH). Dabei habe das modifizierte Klassifikationssystem der Klinik als effektives Instrument zur Planung roboterassistierter Operationen gedient, heißt es weiter.

Ziel dieser Studie war es, die Indikationen und chirurgischen Strategien der RA-N-VTT vorzustellen und die Langzeitergebnisse in einem Zentrum mit hohem Patientenaufkommen zu bewerten. Die Autoren schlossen retrospektiv 309 Patienten mit Nierentumoren und venösem Tumorthrombus, die sich zwischen Juni 2013 und Dezember 2023 einem roboterassistierten Eingriff unterzogen hatten, in ihre Studie ein.

Modifikation des Mayo-Klassifikationssystems

Um die Indikationen und chirurgischen Strategien für die RA-N-VTT besser zu definieren, schlugen die Autoren das Klassifikationssystem des PLAGH vor, das 3 Modifikationen des Klassifikationssystems der Mayo Clinic (USA) beinhaltet. Im Einzelnen unterteilten die Wissenschaftler den Thrombus in der linken Nierenvene anhand der Arteria mesenterica superior als Markierung in die Grade 0a und 0b. Den retrohepatischen Thrombus in der Vena cava inferior klassifizierten die Forscher unter Verwendung der ersten und zweiten Pfortader als Orientierungspunkte neu. In der neuen Klassifikation wird darüber hinaus der Thrombus Grad IV in die Grade IVa und IVb unterteilt, je nachdem, ob er in den Vorhof eingewachsen ist. Auf dieser Grundlage analysierten Huang und Kollegen die langfristigen perioperativen Ergebnisse und die Überlebensraten.

Alle Operationen verliefen erfolgreich, bis auf 6 Patienten, bei denen die Operateure auf ein offenes Verfahren umstellen mussten. Es zeigten sich dabei signifikante Unterschiede im perioperativen Ergebnis zwischen Patienten mit unterschiedlichen PLAGH-Thrombus-Graden (p<0,001). Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 47,8 Monaten betrugen das mediane Gesamtüberleben (OS) 75,4 Monate und das mediane progressionsfreie Überleben 44,7 Monate. Die multivariate Analyse ergab, dass Fernmetastasen und der Tumorgrad unabhängige Risikofaktoren für das OS darstellten, ebenso wie die PLAGH-Klassifikation (p<0,05).

(ri/ms)