Roboterassistierte partielle Nephrektomie bei rezidivierten Nierentumoren

Die Indikationen der roboterassistierten partiellen Nephrektomie nehmen immer weiter zu und umfassen mittlerweile auch vor­operierte ipsilaterale Nieren mit rezidivierenden Nierentumoren. Foto: RFBSIP – stock.adobe.com

Eine ­retrospektive Datenanalyse, die US-amerikanische und italienische Wissenschaftler durchgeführt haben, zeigt, dass eine roboterassistierte partielle Nephrektomie (RAPN) in erfahrenen Händen ein effektiver Ansatz ist, um ausgewählte Patienten mit Lokalrezidiven zu operieren.

Die perioperativen und funktionellen Outcomes seien vielversprechend, allerdings müssten die Patienten sorgfältig auf das Auftreten von Fernmetastrasen hin überwacht werden, schreiben die Autoren im „Journal of Endo­urology“.

Dr. Alp Tuna Beksac vom Department of Urology am Glickman Urological and Kidney Institute der Cleveland Clinic, Cleveland, USA, und seine Kollegen untersuchten retro­spektiv die Daten von 72 Patienten, die zwischen 2010 und 2020 wegen eines rezidivierten Nieren­tumors eine RAPN erhalten hatten. Die Patien­ten wurden im Schnitt 28,5 Monate nachbeobachtet.

Beim Erstauftreten des Tumors waren die Patienten mit einer Thermoablation (19,6%) oder einer laparoskopischen (19,6%), offenen (26,1%) oder roboterassistier­ten (34,8%) partiellen Nephrekto­mie behandelt worden. Der R.E.N.A.L.-Score lag im Schnitt bei 8. Ein Fünftel der Patienten hatte Hilus­tumoren und knapp jeder Zehnte (9,7%) hatte nur eine Niere. Bei allen Patienten konnte die RAPN vollständig durchgeführt werden. Bei 2 Patienten (2,8%) wechselten die Operateure auf einen offenen Eingriff. Bei keinem der Patien­ten wurde während der Operation eine radikale Nephrektomie notwendig. Bei einem Patienten erfolgte postoperativ eine radikale Nephrektomie, weil Blutungen auftraten. 5,9% der Patienten benötigten eine Bluttransfusion und 8,3% entwickelten schwere Komplikationen (Clavien-Grad ≥3).

Median blieben die Patienten 3 Tage im Krankenhaus. Bei der Entlassung lag die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate bei 78,7%, nach einem Jahr Follow-up bei 90,8%. Bei 8,3% der Patienten war der Operationsrand positiv. 11 Patien­ten (15,3%) hatten Fernmetastasen, aber nur bei einem ­Patienten (1,4%) kam es zu einer lokalen Progression.

(nec/ms)