Rotes Auge: Ein Symptom, viele Ursachen29. September 2020 … nur ein vorübergehend “rotes Auge”, oder doch eine ernstere Augenerkrankung? Hier gezeigt wird eine durch Adenoviren verursachte Konjunktivitis epidemica. Foto: © BVA/Busse Ein rotes Auge ist ein häufiges Symptom, dass die Betroffenen verständlicherweise beunruhigt. Die Ursachen, die dahinter stecken, können ganz verschieden sein – es gibt vergleichsweise harmlose Auslöser, aber auch ernst zu nehmende Krankheiten. Halten die Beschwerden länger als ein oder zwei Tage an, dann sollte man sie augenärztlich abklären lassen, rät Dr. Peter Heinz, der 1. Vorsitzende des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). Gelegentlich platzt ein kleines Blutgefäß in der Bindehaut und es kommt zu einer kleinen Blutung an der Augenoberfläche. “Das sieht dramatisch aus, ist aber in der Regel harmlos”, Auch wenn ein kleiner Fremdkörper wie ein Staubkörnchen ins Auge geraten sei, der von der Tränenflüssigkeit rasch wieder ausgespült werde, könne die Reizung des Auges zu einer Rötung der Bindehaut führen, die dann aber normalerweise rasch wieder nachlasse. Oft fehle dem Auge auch schlicht Tränenflüssigkeit, sodass die Augenoberfläche gereizt sei. “Das rote Auge kann aber auch die Begleiterscheinung einer Allergie, einer Infektion mit Viren oder Bakterien sein oder es ist die Folge einer Verletzung der Augenoberfläche”, macht der BVA auf ernstere Uraschen aufmerksam. Zur Rötung des Auges könne ebenso eine Uveitis führen, die unbehandelt eine Sehbehinderung oder gar Erblindung zur Foge haben könnte. Es erfordere augenfachärztliche Kompetenz, die harmlosen von den gefährlichen Auslösern der Rötung zu unterscheiden. Warum wird das Auge rot?Zum roten Auge kommt es, wenn die Blutgefäße in der Bindehaut geweitet sind. Mit der verstärkten Durchblutung reagiert der Körper auf die verschiedensten störenden Einflüsse. Wenn diese Beschwerden nicht rasch von selbst wieder abklingen, so der BVA, sei Vorsicht geboten. Kämen dann noch weitere Symptome hinzu wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Lichtscheu, dann sei unbedingt eine augenärztliche Untersuchung angebracht, um der Ursache auf die Spur zu kommen. „Hausmittel“ können Probleme verstärkenDr. Heinz rät davon ab, die Symptome auf eigene Faust zu bekämpfen. Schon das beliebte Hausmittel, feuchte Teebeutel mit Kamillenblüten auf die geschlossenen Augenlider zu legen, könne die Probleme verstärken, da manche Patienten allergisch darauf reagierten. Auch sogenannte „Weißmacher“ aus der Apotheke seien keine Hilfe. Sie sorgten zwar kurzfristig dafür, dass die Blutgefäße sich verengen, sodass das Auge nicht mehr rot aussehe, doch die Ursache des Problems sei damit nicht behoben und der rein kosmetische Effekt lasse rasch nach. „Eine gründliche Diagnostik ist die Basis für eine gezielte Therapie“, macht Heinz klar. „Die Chancen auf Erfolg sind in der Regel gut – vor allem, wenn die Therapie frühzeitig einsetzt.“
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