Rückenschmerzen: Geringe Evidenz zu Interventionen mit langfristiger Wirksamkeit29. Oktober 2025 © InsideCreativeHouse – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer systematischen Überprüfung und Metaanalyse wurde die langfristige Wirksamkeit nicht chirurgischer Interventionen chronischer Schmerzen (CR) im unteren Rücken untersucht. Die Evidenzbasis ist vergleichsweise unsicher. Bewertet wurden die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), Achtsamkeit, Bewegung und multidisziplinäre Versorgung, die langfristige Vorteile bringen könnten. Die Studie ergab, dass die Effekte meist gering und die Evidenzstärken ungewiss sind. Die Experten durchsuchten die Datenbanen Medline, Embase und Cinahl von Beginn an bis zum 22.05.2024 nach randomisierten kontrollierten Studien, in denen nicht chirurgische Interventionen bei Erwachsenen mit CR bewertet wurden. Die Forscher schlossen auch Studien ein, die die Schmerzintensität, die Behinderung oder beides bei langfristigen (1–2 Jahre) und sehr langfristigen (≥2 Jahre) Nachuntersuchungen vs. Placebo, adjuvante Interventionen, keine Interventionen oder eine Standardversorgung bewerteten. Die Autoren berücksichtigten 75 Studien mit 15.395 Teilnehmern, wobei das Bias-Risiko bei der Mehrheit der Studien als hoch eingestuft wurde (68%). Bei Menschen mit unspezifischen CR gab es bei einem Langzeit-Follow-up eine moderate Evidenz dafür, dass die KVT und Achtsamkeit zu einer Verringerung der Schmerzintensität (mittleres [m] Δ -7,2; 95%-KI -9,8 bis -4,6; I2=0,0 für KVT und mΔ -10,0; 95%-KI -14,4 bis -5,6; I2=0,1 für Achtsamkeit) sowie der Behinderung (mΔ -5,7; 95%-KI -7,7 bis -3,7; I2=0,0 für KVT und mΔ -9,3; 95%-KI -14,4 bis -4,1; I2=11,1 für Achtsamkeit) führen könnten. Das Setzen von Zielen (mΔ -8,3; 95%-KI -12,8 bis -3,9; I2=4,8) und Akupunktur (mΔ -4,8; 95%-KI -8,1 bis -1,5; I2=0,0) verringerten im Langzeit-Follow-up die Behinderung. Es gab wenig sichere Belege dafür, dass eine multidisziplinäre Versorgung die Schmerzintensität (mΔ -10,1; 95%-KI-16,6 bis -3,7; I2=0,0) und dass Bewegung die Behinderung (mΔ-10,2; 95%-KI -17,5 bis -2,9; I2=33,5) bei einem sehr langfristigen Follow-up verringerte. In mehreren Metaanalysen war eine Heterogenität erkennbar, sodass die Daten vorsichtig interpretiert werden sollten. Einige Interventionen, darunter die kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeitsverfahren, körperliche Aktivität sowie multidisziplinäre Versorgung, können die langfristigen Effekte erzielen, die erforderlich wären, um die weltweite Krankheitslast infolge unspezifischer chronischer Rückenschmerzen zu verringern. Die Effekte dieser Maßnahmen sind jedoch überwiegend gering und die Evidenzbasis ist noch vergleichsweise unsicher. Die Entwicklung und wissenschaftliche Bewertung von Interventionen mit langfristiger Wirksamkeit bei chronischem Rückenschmerz verdient daher größere Aufmerksamkeit, resümieren die Autoren. (bi/BIERMANN)
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