Rundumschlag gegen Lauterbach11. April 2024 Rote Karte für die Ampel – von vier großen Gesundheitsorganisationen. Foto: New Africa – stock.adobe.com Die vier nach eigenen Worten „tragenden Säulen“ der Gesundheitsversorgung in Deutschland haben am 11.04.2024 in der Bundespressekonferenz die Gesundheitspolitik von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach umfassend kritisiert. Die Kritikpunkte sind zwar im Wesentlichen schon vorher geäußert, aber noch nie so gebündelt vorgetragen worden – ein Rundumschlag nach zweieinhalb Jahren Ampel-Koalition. Die Spitzen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) befürchten „dramatische Versorgungslücken“, wenn Lauterbach seine Pläne so umsetzt wie angekündigt. Scharfe Kritik bei allen Organisationen ruft die immense Bürokratielast hervor, die unter der Ampel-Regierung nochmals mehr geworden sei. Sie fordern die Politik auf, die Versorgung spürbar zu entbürokratisieren. Zahlreiche Dokumentationsvorschriften seien überflüssig. Freiberuflichkeit sei das Kernelement der ärztlichen, zahnärztlichen und apothekerlichen Versorgung. Diese sei mittlerweile stark gefährdet, ebenso wie die Trägervielfalt in der Krankenhauslandschaft. „Anstatt die bestehenden Strukturen zu stärken und zu stabilisieren, will der Minister in überflüssige neue Strukturen investieren wie beispielsweise Gesundheitskioske. Notwendige Mittel für die Versorgung fehlen damit“, kritisieren die Organisationen in einer gemeinsamen Mitteilung. Mangelnder Respekt Die Art und Weise, wie Lauterbach Politik betreibt und diese kommuniziert, lasse den Respekt gegenüber der Selbstverwaltung vermissen. „Immer wieder bezeichnet er Organisationen mit gesetzlich festgelegten Aufgaben als ‚Lobbygruppen‘ und verweigert Gespräche mit ihnen“, heißt es in der Mitteilung. Die Gesundheitsinstitutionen kritisieren zudem, dass der Minister bislang vor allem durch größtenteils vage, öffentliche Ankündigungen aufgefallen sei. „Konkrete politische Umsetzungen folgten dann entweder gar nicht, halbherzig oder extrem verspätet.“ Zwar habe Lauterbach zu Beginn seiner Amtszeit angekündigt, dass es mit ihm keine Leistungskürzungen geben werde. „De facto führen seine politischen Entscheidungen aber dazu, dass die Patienten immer weniger Leistungen an weniger Standorten erhalten werden bzw. bereits erhalten“, mahnen die vier Organisationen. KBV, KZBV, DKG und ABDA fordern Lauterbach auf, mit ihnen in den Dialog zu treten, bevor die kommenden Gesetzentwürfe ins parlamentarische Verfahren gehen. Ihre Gestaltungsvorschläge seien dem Minister schon seit Monaten bekannt. Sollte der Minister nicht einlenken, kündigen sie an, in den kommenden Wochen die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen und vor allem die breite Öffentlichkeit auf unterschiedlichen Kanälen verstärkt darüber aufzuklären, welche „verheerenden Folgen“ die Politik für die Versorgung von rund 84 Millionen Patienten aus ihrer Sicht haben werde. (ms)
Mehr erfahren zu: "Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Gute Daten für Gemcitabin-freisetzendes System bei BCG-resistentem, nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom mit hohem Risiko Das intravesikale Wirkstoff-Freisetzungssystem TAR-200 hat in einer Phase-IIb-Studie gute Ergebnisse bei der Behandlung von Patienten gezeigt, die unter einem nicht muskelinvasiven Blasenkarzinom (NMIBC) mit hohem Risiko leiden und resistent gegen […]
Mehr erfahren zu: "Chronifizierte Beschwerden: Erwartungen als messbarer und potenziell veränderbarer Faktor" Chronifizierte Beschwerden: Erwartungen als messbarer und potenziell veränderbarer Faktor Anhaltende körperliche Beschwerden wie Erschöpfung, Magen-Darm-Probleme oder Juckreiz begleiten viele Betroffene über Monate oder Jahre und schränken ihr Leben ein. Doch wie kommt es zu einer solchen Chronifizierung von Beschwerden […]
Mehr erfahren zu: "Neuer urologischer Chefarzt in Winterthur" Neuer urologischer Chefarzt in Winterthur Prof. Christian Fankhauser ist seit 01.03.2026 neuer Chefarzt und Leiter der Klinik für Urologie am Kantonsspital Winterthur (KSW, Schweiz).