S3-Leitlinie Hodgkin-Lymphom aktualisiert23. November 2020 ©momius – stock.adobe.com Das Leitlinienprogramm Onkologie hat unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) die S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin-Lymphoms bei erwachsenen Patienten ab 18 Jahren überarbeitet und neue Empfehlungen formuliert, etwa zu bildgebenden Untersuchungsverfahren, der Therapie von Subgruppen und der Rehabilitation. Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und gehört zu der Gruppe der malignen Lymphome. Nach der Erstdiagnose erhalten die Patienten in der Regel eine Chemo- und im Anschluss eine Strahlentherapie. Zur Diagnosefindung, aber auch zur Therapiekontrolle, kann bei Betroffenen die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zum Einsatz kommen. „Die PET ist ein bildgebendes Verfahren, das Stoffwechselveränderungen im Köper sichtbar macht und so Tumorzellen erkennen kann“, sagt PD Dr. Nicole Skoetz von der Uniklinik Köln, die zusammen mit Prof. Andreas Engert, ebenfalls vom Uniklinikum Köln, die Erstellung der Leitlinie koordiniert. In der S3-Leitlinie wurden Empfehlungen zum PET-Einsatz bei frühen und mittleren Erkrankungsstadien und die daraus resultierenden Therapieentscheidungen aktualisiert, etwa zur Therapiesteuerung nach Rückgang der Symptome. „Auf die Strahlentherapie kann beispielsweise verzichtet werden, wenn der PET-Befund negativ ist. Somit können wir eine Übertherapie vermeiden“, so Skoetz.Neue Therapieempfehlungen gibt es auch für bestimmte Patientengruppen, etwa für Schwangere: „Da vor allem junge Erwachsene vom Hodgkin-Lymphom betroffen sind, wird die Erkrankung öfter als bei anderen Krebserkrankungen während der Schwangerschaft diagnostiziert“, sagt Engert. Für diese Patientengruppe bedarf es angepasster Therapiekonzepte. Aufgrund der hohen Risiken, etwa für Fehlbildungen des Kindes, sollte bei schwangeren Patientinnen die Chemotherapie nicht in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten erfolgen – sofern dies medizinisch vertretbar ist. „Patientinnen mit weiter fortgeschrittener Schwangerschaft kann jedoch eine Chemotherapie verabreicht werden. Nach der Entbindung können diese Patientinnen zusätzlich eine Bestrahlung erhalten“, so Engert.Betroffene mit Hodgkin-Lymphom leiden häufig auch nach Abschluss der Behandlung unter krankheits- und therapiebedingten Einschränkungen. Hierzu zählen beispielsweise eine verminderte Leistungsfähigkeit infolge von Schädigungen an Herz und Lunge, ein starker Muskelabbau sowie Fatigue und Depressionen. Rehabilitationsmaßnahmen sollten daher unter anderem auf bewegungs- und ernährungstherapeutische Angebote abzielen, aber auch psychoonkologische Therapien mit einbeziehen.Das Hodgkin-Lymphom ist eine seltene Krebserkrankung, die in Deutschland im Jahr 2016 bei etwa 1060 Frauen und 1430 Männern neu diagnostiziert wurde (Quelle: Robert Koch-Institut). Betroffen sind vor allem jüngere Menschen oder junge Erwachsene. In der Altersgruppe zwischen 10 und 35 Jahren zählt das Hodgkin-Lymphom zu den fünf häufigsten Krebserkrankungen. Die Überlebenschancen bei dieser Erkrankung sind günstig: Im Jahr 2016 verstarben 143 Frauen und 178 Männer. Typische Symptome des Hodgkin-Lymphoms sind unter anderem schmerzlose Lymphknotenschwellungen, Fieber ohne erkennbare Ursache, starkes Schwitzen in der Nacht und Gewichtsverlust.An der S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Hodgkin-Lymphoms bei erwachsenen Patienten waren insgesamt 51 ehrenamtlich arbeitende Fachexperten aus 24 Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt. Die Leitlinie ist auf dieser Webseite abrufbar: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/hodgkin-lymphom%20/Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert. Android-Smartphone- und iPhone-Nutzer können die Leitlinien-App hier herunterladen: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/app/
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