Saarbrücker Antibiotikaprojekt wird gefördert13. Januar 2023 Invasion von Staphylococcus aureus in eine Wirtszelle. Foto: HZI/Manfred Rohde Eine neue Wirkstoffklasse zur Bekämpfung multiresistenter Erreger soll in den kommenden Jahren bis hin zur Marktreife entwickelt werden. Forschende des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) konnten erfolgreich eine Förderung des Inkubators INCATE für die Entwicklung einer neuen Wirkstoffklasse einwerben. Die INCATE-Förderung in Höhe von 10.000 Euro wird es dem Team um Dr. Jennifer Herrmann ermöglichen, gemeinsam mit externen Beratern die notwendigen Schritte für eine potenzielle Vermarktung von Chlorotonilen genauer zu bestimmen. Die Wirkstoffklasse zeigt im Mausmodell hervorragende Wirkung gegen den Krankenhauskeim MRSA und weitere Erreger.Eine Vielzahl von Wirkstoffen scheitert im Entwicklungsprozess am Übergang von der akademischen in die klinische Forschung. Der Baseler Inkubator INCATE (Incubator for Antibacterial Therapies in Europe) hat es sich daher zum Ziel gemacht, diese Lücke durch die gezielte Förderung vielversprechender Projekte zu überwinden. Im aktuellen Vorhaben von Forschenden HIPS steht die Substanzklasse der Chlorotonile im Vordergrund. Hierbei handelt es sich um myxobakterielle Naturstoffe mit vielversprechender Wirkung gegen multiresistente Keime – unter anderem auch gegen den Krankenhauskeim MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Das HIPS ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes.Obwohl die Chlorotonile und ihre antimikrobielle Wirkung bereits 2015 entdeckt wurden, war eine klinische Anwendung der Substanzklasse bislang nicht möglich. Grund hierfür sind unvorteilhafte physikochemische Eigenschaften der ursprünglichen Chlorotonil-Derivate, wie zum Beispiel eine schlechte Wasserlöslichkeit. Erst durch wissenschaftliche Erkenntnisse der vergangenen Jahre konnten neue Vertreter der Chlorotonile hergestellt werden, welche für eine Anwendung am Menschen infrage kommen. „Wir haben uns lange und eingehend mit dieser sehr interessanten Substanzklasse beschäftigt, da wir in ihr ein großes Potenzial gesehen haben. Unser Wissen haben wir schließlich angewendet, um die Chlorotonile durch gezielte Modifikationen so zu verändern, dass sie sich für eine Anwendung am Menschen eignen, aber gleichzeitig ihre gute Wirksamkeit nicht verlieren“, sagt Jennifer Herrmann, leitende Wissenschaftlerin aus der Abteilung von Prof. Rolf Müller.Die INCATE-Förderung in Höhe von 10.000 Euro wird es dem Team ermöglichen, gemeinsam mit externen Beratern die weiteren Schritte für eine Vermarktung zu ermitteln. Hierzu zählt vor allem auch, ein passendes Indikationsgebiet für die Anwendung der Chlorotonile zu finden. „Neue Antibiotika auf den Markt zu bringen ist nicht einfach, da Pharmaunternehmen aufgrund des geringen Preises nur wenig Interesse an diesen Substanzen zeigen. Umso wichtiger ist es für uns, im Vorfeld genau zu bestimmen, in welcher Nische wir unser Produkt platzieren wollen, um unsere Erfolgschancen so weit wie möglich zu steigern“, sagt Rolf Müller. Unterstützt wird das Forschungsteam des HIPS bei seinem Vorhaben durch Thomas Hesterkamp vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF).
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