SABCS 2019: Mayo Clinic präsentiert mehrere Studien

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Forscher der Mayo Clinic haben Ergebnisse ihrer Brustkrebsstudien auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium, das vom 10. bis 14. Dezember in San Antonio stattfand, vorgestellt.

Unter anderem referierten sie über diese neuen Studien :

„Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko profitieren möglicherweise von der Einnahme entzündungshemmender Medikamente“

Untersuchungen von Forschern der Mayo Clinic legen nahe, dass manche Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko von der Einnahme entzündungshemmender Medikamente profitieren könnten.

„Mehrere Studien haben untersucht, ob die Einnahme entzündungshemmender Medikamente wie Acetysalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Naproxen das Brustkrebsrisiko einer Frau beeinflusst“, sagt Dr. Amy Degnim von der Mayo Clinic in Minnesota, spezialisiert auf onkologische Brustchirurgie. „Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie sich die Gabe dieser Medikamente nach der Brustbiopsie eines gutartigen Tumors auf ihr Risiko auswirkt“. Degnim zufolge wird in den USA jährlich bei etwa einer Million Frauen ein gutartiger Brusttumor diagnostiziert und bei dieser Diagnose in der Vorgeschichte steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Die Forscher fragten Frauen, die sich zwischen 1992 und 2001 an einem Zentrum der Mayo Clinic einer Brustbiopsie unterzogen hatten, die einen gutartigen Tumor ergab, welche Medikamente sie wie lange eingenommen hatten. Die Forscher ermittelten zudem, welche Frauen in den Jahren nach der Biopsie des gutartigen Tumors an Brustkrebs erkrankten.

„Wir fanden heraus, dass Frauen, die angaben, Ibuprofen oder Naproxen eingenommen zu haben, ein um ca. 40 % geringeres Brustkrebsrisiko hatten, während Frauen, die ASS eingenommen hatten, kein geringeres Brustkrebsrisiko aufwiesen“, sagt Degnim. „Frauen, die die Medikamente häufiger und regelmäßig anwandten, waren ebenfalls besser vor Brustkrebs geschützt.“

Degnim zufolge deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Frauen, bei denen im Rahmen einer Brustbiopsie ein gutartiger Tumor diagnostiziert wurde, ihr Risiko der Entwicklung von Brustkrebs möglicherweise durch die Einnahme entzündungshemmender Medikamente, mit Ausnahme von ASS, senken können.

Sie gibt jedoch zu Bedenken, dass diese Studie keine klinische Studie war, und sie empfiehlt nicht, dass alle Frauen diese Medikamente einnehmen sollten, um ihr Brustkrebsrisiko zu verringern. „Unsere Ergebnisse sprechen für die Notwendigkeit einer klinischen Studie, bei der die Risiken und der Nutzen der Einnahme dieser Medikamente zur Senkung des Brustkrebsrisikos näher untersucht werden.“

„Junge Frauen mit Brustkrebs können zur Erhaltung ihrer Fruchtbarkeit beitragen, indem sie eine intensive Chemotherapie vermeiden“

Junge Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs können laut den Ergebnissen einer Studie von Dr. Kathryn Ruddy, Onkologin an der Mayo Clinic, zur Erhaltung ihrer Fruchtbarkeit beitragen, indem sie eine bestimmte Art von Chemotherapie wählen. 

Ruddy und ihr Team befragten Probandinnen, die an einer randomisierten klinischen Studie teilnahmen, in der die Wirksamkeit von T-DM1 gegenüber einer Kombination aus Paclitaxel und Trastuzumab getestet wurde, zu ihrem Menstruationszyklus.

„Wir fanden heraus, dass bei jungen Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs die Wahrscheinlichkeit, dass die Menstruation wieder einsetzt, nach Erhalt von zwei relativ neuen Behandlungen, nämlich mit T-DM1 oder einer Kombination aus Paclitaxel und Trastuzumab, höher ist als bei jungen Frauen, die konventionelle und intensivere Chemotherapien bekommen hatten.“

Ruddy wertet die Ergebnisse als gute Nachricht für Frauen, die ihre Fruchtbarkeit durch eine Brustkrebsbehandlung nicht verlieren möchten. Zudem geht sie davon aus, dass Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen für Patientinnen, die mit den neueren Therapien behandelt werden, weniger belastend sind. Ruddy und ihre Kollegen werden zusätzliche Analysen zur Wirkung von Tamoxifen auf diese Ergebnisse durchführen, bevor sie einen Fachartikel zu dieser Studie veröffentlichen. 

„Forscher entwickeln ein Modell zur Identifizierung von Patientinnen mit erhöhtem Risiko für Herzschäden durch eine Brustkrebstherapie“

Forscher der Mayo Clinic in Florida haben ein Modell entwickelt, mit dem Patientinnen, bei denen das Risiko einer Herzschädigung durch die HER2-Brustkrebsbehandlung erhöht ist, in einem frühen Stadium identifiziert werden können.

„Kardiotoxizität ist eine bekannte Komplikation der Anti-HER2-Therapie“, erklärt Dr. Pooja Advani, Onkologin an der Mayo Clinic. Advani zufolge haben klinische Studien bestätigt, dass die Anti-HER2-Therapie bei Brustkrebs tiefgreifende Auswirkungen auf das Überleben der Patientinnen haben kann.

„Die häufigste Manifestation einer Kardiotoxizität bei Brustkrebspatientinnen, die eine Anti-HER2-Therapie erhalten, ist die Verringerung der Ejektionsfraktion ohne Symptome“, sagt Advani.

Nach Aussage von Advani sind Risikofaktoren wie ein erhöhtes Alter, eine niedrigere Ejektionsfraktion vor Beginn der Behandlung und die Anwendung einer Anthrazyklin-Chemotherapie, z. B. mit Doxorubicin oder Adriamycin, durchweg mit einem höheren Kardiotoxizitätsrisiko aufgrund einer Anti-HER2-Therapie in Zusammenhang gebracht worden.

Advani und ihre Kollegen beobachteten 604 Brustkrebspatientinnen, die in einem Brustkrebszentrum der Mayo Clinic mit Anti-HER2-Zytostatika behandelt wurden. Sie sammelten Daten der Patientinnen wie Alter, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, Body-Mass-Index, Raucherstatus, medizinische Komorbiditäten, Einnahme von Herzmedikamenten, Ausgangswerte der Herzfunktion, Dicke des Herzmuskels und vorherige Anwendung einer Anthrazyklin-Chemotherapie.

Die Forscher identifizierten Patientinnen, die eine Kardiotoxizität entwickelten (sowohl asymptomatisch als auch symptomatisch oder beides). Sie führten eine statistische Analyse durch, um Risikofaktoren zu identifizieren, die mit einem hohen Risiko für die Entwicklung einer Herzfunktionsstörung assoziiert waren. 

„Wir stellten fest, dass Patientinnen mit bestimmten Risikofaktoren, darunter ein Alter über 55 Jahre, eine schlechtere Baseline-Herzfunktion (Ejektionsfraktion von weniger als 60 Prozent), der Erhalt einer Anthracyclin-Chemotherapie sowie vergrößerte und verdickte Herzwände, ein signifikant erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Kardiotoxizität aufwiesen“, sagt Advani. „Dies steht im Einklang mit zuvor berichteten Studien.“

Laut Advani wiesen ihren Erkenntnissen zufolge Patientinnen, die im Rahmen ihrer Brustkrebsbehandlung eine Strahlentherapie erhalten hatten, kein signifikant höheres Risiko auf, eine Kardiotoxizität aufgrund einer Anti-HER2-Therapie zu entwickeln.

Advani und ihre Kollegen erstellten ein Risikovorhersagemodell, indem sie jedem der oben genannten Faktoren einen Score zuordneten. Dabei stellten sie fest, dass der kumulative Risikoscore ein hoch signifikanter Prädiktor für die Kardiotoxizität bei Patientinnen war.

„Die Verwendung eines Risikovorhersagemodells bei Therapiebeginn kann uns dabei helfen, Patientinnen zu identifizieren, die von einer frühzeitigen Überweisung an einen Kardiologen zur engmaschigen Überwachung und medikamentösen Behandlung zum Schutz ihrer Herzfunktion profitieren können“, erklärt Advani.