Sachsens Kultusminister drängt auf Daten zum kindlichen Entwicklungsstand8. Januar 2026 Immer mehr Kinder fallen bei der Schuleingangsuntersuchung mit Entwicklungsverzögerungen auf. (Foto: © Racle Fotodesign – stock.adobe.com) Angesichts schlechter Ergebnisse bei Schuleingangsuntersuchungen fordert der sächsische Kultusminister Conrad Clemens (CDU) eine verbindliche Erhebung des Sprach- und Entwicklungsstands bei Vierjährigen. Um eine gute frühkindliche Bildung vor dem Schuleintritt sicherzustellen, sei frühzeitiges präventives Handeln notwendig, erklärte Clemens in Dresden. Dafür müsse man den kindlichen Entwicklungsprozess von ein bis zehn Jahren ganzheitlich in den Blick nehmen. Minister will Gesetz zur Qualitätsentwicklung Nach den Worten von Clemens brauchen die Fachkräfte in den Kitas dabei Unterstützung. „Am besten wir machen das als Länder gemeinsam. Überall in Deutschland sehen wir die gleichen Herausforderungen. Der Bund sollte noch im ersten Quartal einen Entwurf für das Qualitätsentwicklungsgesetz vorlegen.“ Clemens hatte sich bei den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene für ein solches Gesetz stark gemacht. Dessen Ziele finden sich auch im sächsischen Koalitionsvertrag wieder. Viele Kinder hinken der altersgerechten Entwicklung hinterher Recherchen der „Leipziger Volkszeitung“ und der „Sächsischen Zeitung“ hatten unlängst alarmierende Ergebnisse erbracht. Demnach hinken immer mehr Kinder der altersgemäßen Entwicklung hinterher. Die Untersuchungen offenbarten, dass Fünf- bis Sechsjährige zunehmend Probleme beim Sprechen und Sehen sowie in der Motorik und beim Zählen haben. Zugleich stieg der Anteil von Kindern, für die eine Rückstellung oder der Besuch einer Förderschule empfohlen wird. Für die Untersuchungen zum Schuljahr 2024/2025 wurden für insgesamt rund 6000 der 36.800 getesteten Kinder eine Rückstellung (8,3%) oder eine Förderschule (8,0%) nahegelegt. Das stelle neue Höchstwerte dar. Bei 13.600 Kindern stellten Amtsärzte Auffälligkeiten fest, etwa Stottern oder Lispeln sowie Schwierigkeiten, Sätze zu bilden oder Worte richtig auszusprechen – das sind 37 Prozent. Diese Defizite hätten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen (2019: 34,8%), hieß es. Kinderärzte sehen Handynutzung als großes Problem Mediziner beobachten die Entwicklung mit großer Sorge, erklärte Melanie Ahaus, Vize-Landesvorsitzende und Sprecherin des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen. „In den Familien wird viel weniger gesprochen als früher, werden seltener Geschichten erzählt oder vorgelesen – stattdessen werden die Kinder mit Smartphones oder Tablets ruhiggestellt.“
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