BFAV: Fachärztetag zeigt “Rettungswege aus der Sackgasse einer drohenden Staatsmedizin”24. September 2018 Foto: © spuno – Fotolia.com Die niedergelassenen Fachärzte im Freistaat fühlen sich nach Ansicht des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV) im “Kampf um die Gesundheitsversorgung” alleine gelassen. Der 6. Bayerische Fachärztetag (BFÄT) will daher “Rettungswege aus der Sackgasse einer drohenden Staatsmedizin” aufzeigen. “Die Kassenärztliche Vereinigung hat als Selbstverwaltungsorgan versagt und den Einfluss auf die Politik völlig verloren”, wirft der BFAV der KBV vor. Im Vorfeld des 6. BFÄT am 26. September in Nürnberg wachse die Enttäuschung über die Selbstverwaltung, aber gleichzeitig nehme der Widerstand gegen die überbordende Staatsmedizin unter den niedergelassenen Ärzten zu, konstatiert der BFAV. Gerade die niedergelassenen Mediziner sähen sich durch die Terminservicestellen vom Staat unter Mithilfe der KV-Bürokratie gegängelt und durch die Anhebung der Mindestsprechzeiten um 25 Prozent zwangsverpflichtet. Beispielhaft sei zuletzt die rigorose Durchsetzung der Telematikinfrastruktur in den Praxen mithilfe der Selbstverwaltung. Mit einer Online-Petition habe sich die Vorsitzende der Vertreterversammlung der KV Bayerns vor circa einer Woche an den Bundestag gewandt, um die verpflichtende Praxis-Anbindung zur Telematikinfrastruktur doch noch prolongieren zu können, erinnert der Fachverband. Die dafür aufzurufende Internetseite des Bundestages aber sei tagelang nicht erreichbar gewesen. Für die BFAV-Vorsitzende Dr. Ilka Enger bildet dieser Vorgang “das vorläufige traurige Ende des Niedergangs der ärztlichen Selbstverwaltung und führt den totalen Ansehensverlust der KV bei den politischen Entscheidungsträgern entlarvend vor Augen.” Die Online-Petition ist in Engers Augen “eine hilflose Bettelei am Hintereingang des Parlaments.” “Zwang und Gängelei” Die Politik verkenne, „dass sie ohne Ärzte keine medizinische Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten könne“, kritisiert der BFAV. Trotz des heraufziehenden Ärztemangels, der inzwischen auf dem Land wie in städtischen Problembezirken und auch in der Notfallversorgung evident sei, versäumten es die verantwortlichen Gesundheitspolitiker den Arztberuf – gerade den Facharztberuf – wieder attraktiv zu machen. Die Regelungen des Terminservice und Versorgungsgesetzes (TSVG) setzten vielmehr weiter auf Zwang und Gängelei und führten das ehemals freie Gesundheitssystem Deutschlands in die Planwirtschaft. “Rettungswege aus drohender Staatsmedizin” “Dagegen will der 6. Bayerische Facharzttag in Nürnberg ein klares Zeichen setzen”, kündigt der BFAV an. Unter dem Titel “Neue Bundesgesetze als Einstieg in die Staatsmedizin: Konsequenzen und Strategien für Fachärzte” werde Dr. Thomas Drabinski vom Institut für Mikrodaten-Analyse (IfMDA) nicht nur die aktuellen Problemfelder mit ihren Auswirkungen auf die Praxen der niedergelassenen Fachärzte vor Augen führen, sondern auch die “Rettungswege aus der Sackgasse einer drohenden Staatsmedizin” für die Ärzteschaft, die Politik und die Patienten aufzeigen – jenseits einer KV-organisierten Zwangsgemeinschaft. Zur Diskussion sollen dabei folgende Themen gestellt werden: Zentralisierung contra Regionalisierung, Versorgung in den Regionen und regionale Antworten sowie Spitzenmedizin mit Selbstzahlerleistungen. Quelle: BFAV
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