SARS-CoV-2-Infektion: Kinder haben jahrelang erhöhte Risiken für renale, kardiale und gastrointestinale Probleme

Foto: © Екатерина-Рукосуева/stock.adobe.com

Laut aktueller US-Studien kann COVID-19 bei jungen Menschen zu einem erhöhten Risiko für eine Reihe schwerwiegender Gesundheitsprobleme führen, darunter auch solche, die die Nieren, den Darm und das Herz-Kreislauf-System betreffen.

„Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die akute Phase von COVID-19 konzentriert, zeigen unsere Ergebnisse, dass Kinder erheblichen langfristigen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind, die von Ärzten überwacht werden müssen“, berichtet der leitende Autor Prof. Yong Chen. Die Studien wurden unter der Leitung von Forschern der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania, USA, durchgeführt und in der Fachzeitschriften „JAMA Network Open“ sowie „Nature Communications“ veröffentlicht.

Risiko für Nierenkrankheiten

Eine der Studien in „JAMA Network Open“ fokussierte auf die Nierenfunktion von Kindern und Jugendlichen nach einer SARS-CoV-2-Infektion. Junge Patienten mit einem positiven SARS-CoV-2-Test hatten ein um 17 Prozent erhöhtes Risiko, eine chronische Nierenerkrankung (Stadium 2 oder höher) zu entwickeln, was auf eine leichte Nierenschädigung mit dennoch guter Funktion hindeutet. Das Risiko einer chronischen Nierenerkrankung (Stadium 3 oder höher) war um 35 Prozent erhöht. Dies bedeutet, dass die Nierenfunktion einen Monat bis zwei Jahre nach der Infektion leicht bis schwer beeinträchtigt war.

Die neue Analyse umfasste die elektronischen Gesundheitsakten von 1.900.146 Personen unter 21 Jahren. Die Forscher verglichen die nierenbezogenen Ergebnisse in der postakuten Phase bei Personen mit positivem SARS-CoV-2-Test mit den Ergebnissen bei Personen mit negativem Testergebnis und ohne dokumentierte SARS-CoV-2-Infektion während des Untersuchungszeitraums 2020 bis 2023. Das Ergebnis: Patienten mit vorbestehender chronischer Nierenerkrankung und positivem SARS-CoV-2-Test hatten ein um 15 Prozent erhöhtes Risiko für verschiedene weitere nierenbedingte unerwünschte Ergebnisse, darunter eine deutliche Abnahme der Nierenfiltrationsrate, Dialyse oder Nierentransplantation. Kinder und Jugendliche, die während der akuten Phase der Infektion eine dokumentierte Nierenschädigung erlitten, hatten drei bis sechs Monate nach der Infektion ebenfalls ein um 29 Prozent erhöhtes Risiko für Nierenschäden im Vergleich zu Patienten ohne akute Nierenschädigung.

Gastrointestinale Auswirkungen

Eine weitere, in „JAMA Network Open“ publizierte Studie untersuchte Magen-Darm-Probleme wie Bauchschmerzen, Durchfall und Reizdarmsyndrom bei 1.576.933 Kindern und Jugendlichen. Das Ergebnis: Patienten mit einem positiven SARS-CoV-2-Test hatten – im Vergleich zu Patienten mit einem negativen Test – ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko, in der postakuten Phase mindestens ein gastrointestinales Symptom oder eine gastrointestinale Erkrankung zu entwickeln, und ein um 28 Prozent erhöhtes Risiko in der „chronischen Phase“ zwischen sechs Monaten und zwei Jahren nach dem SARS-CoV-2-Test.

Kardiovaskuläres Risiko erhöht

Schließlich untersuchten die Forscher postakute kardiovaskuläre Probleme bei 1.213.322 pädiatrischen Patienten. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in „Nature Communications“. Sie fanden heraus, dass Patienten mit SARS-CoV-2-Infektionen ein deutlich höheres Risiko für die Entwicklung einer oder mehrerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen – darunter Herzrhythmusstörungen, Herzentzündungen, Brustschmerzen, Herzklopfen und Bluthochdruck – hatten als Patienten mit negativem Testergebnis und ohne dokumentierte SARS-CoV-2-Infektion in der Anamnese. Diese Risiken waren unabhängig davon erhöht, ob der Patient einen angeborenen Herzfehler hatte oder nicht.

Während Kinder mit angeborenen Herzfehlern ein höheres absolutes Risiko hatten, war der relative Risikoanstieg für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Infektion in beiden Gruppen gleich (63 Prozent Anstieg). Bei Kindern ohne angeborenen Herzfehler war das Risiko einer Herzentzündung in der postakuten Phase jedoch deutlich höher – fast dreimal so hoch – als bei Kindern mit einer SARS-CoV-2-Infektion.