SARS-CoV-2-Reinfektion: Risiko von Tod, Krankenhausaufenthalt und Folgeschäden erhöht

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Die Erstinfektion mit SARS-CoV-2 ist mit einem erhöhten Risiko für akuten und postakuten Tod und Folgeschäden in verschiedenen Organsystemen assoziiert. Ob eine erneute Reinfektion diese Risiken noch einmal erhöht untersuchten Benjamin Bowe vom Veteran Affairs Saint Louis Health Care System, USA, und seine Kollegen.

Die Forschenden erstellten aus der National Healthcare Database des US Department of Veterans Affairs eine Kohorte aus Personen mit erfolgter SARS-CoV-2-Infektion (n=443.588), Reinfektion (≥2 Infektionen, n=40.947) und ohne SARS-CoV-2-Infektion (n=5.334.729). Um Risiken und 6-Monats-Belastungen durch Tod, Krankenhausaufenthalt und Folgen von Zwischenfällen abzuschätzen, kamen Überlebensmodelle mit inversen Wahrscheinlichkeitsgewichtungen zum Einsatz.

Im Vergleich zu keiner Reinfektion trug eine Reinfektion zu einem zusätzlichen Risiko für Tod (Hazard Ratio [HR] 2,17; 95%-KI 1,93–2,45), Krankenhausaufenthalt (HR 3,32; 95%-KI 3,13–3,51) und Folgeschäden bei, die Lungen-, kardiovaskuläre, hämatologische, Diabetes-, Magen-Darm-, Nieren-, psychische, Muskel-Skelett- und neurologische Erkrankungen einschlossen. Die erwiesenen Risiken waren zudem unabhängig vom Impfstatus der Probanden.

Am ausgeprägtesten waren die Risiken in der akuten Infektionsphase und blieben in der postakuten Phase auch noch bis zum Nachbeobachtungszeitpunkt von 6 Monaten bestehen. Im Vergleich zu den Kontrollen stiegen die kumulativen Risiken und Belastungen einer erneuten Infektion mit der Anzahl der Infektionen. Die Autoren weisen aber auch auf eine Einschränkung ihrer Studie hin, die sich darauf bezieht, dass die eingeschlossenen Personen vorwiegend europäischstämmig und männlich waren.

Fazit
Die Forschenden stellten fest, dass eine Reinfektion in der akuten und postakuten Phase das Risiko von Tod, Krankenhausaufenthalt und Folgeschäden in mehreren Organsystemen weiter erhöht. Um die Gesamtbelastung durch Tod und Krankheit aufgrund von SARS-CoV-2 zu verringern, empfehlen die Autoren deshalb dringend Strategien zur Prävention einer Reinfektion. (sh)

Autoren: Bowe B et al.
Korrespondenz: Ziyad Al-Aly; [email protected]
Studie: Acute and postacute sequelae associated with SARS-CoV-2 reinfection
Quelle: Nat Med 2022;28(11):2398–2405.
Web: https://doi.org/10.1038/s41591-022-02051-3