SARS-CoV-2: Tumorsuppressor nach Infektion reduziert vorhanden12. Dezember 2022 © Juan Gärtner – stock.adobe.com (Symbolbild) In einem Brief an den Editor zeigen spanische Wissenschaftler anhand von 3 transkriptomischen Datensätzen, dass der Tumorsuppressor p53 nach einer schweren SARS-CoV-2-Infektion anhaltend reduziert ist. Die Autoren mutmaßen, dass dies einen Risikofaktor für die Onkogenese darstellt, der mit pathogenen Mutationen in TP53 vergleichbar ist. Eine derartige, langfristige Reduktion von p53 könnte Krebs auslösen oder dazu beitragen, den Krankheitsverlauf bei Patienten mit einem bereits andauernden Tumorprozess zu verschlechtern. Das Forschungsteam analysierte die TP53-Expression im Blut von COVID-19-Patienten (n=65), die nach Schweregrad der Erkrankung eingeteilt worden waren, und gesunden Kontrollen (n=30), sowie die Daten weiterer Studien. Darüber hinaus wurden auch Genexpressionsdaten (12, 16 und 24 Wochen nach der Infektion) von Long-COVID-Patienten und gesunden Kontrollen aus einer RNA-Sequenzierungsstudie mit Rekonvaleszenzplasma analysiert. Des Weiteren bewerteten die Autoren, ob p53-verwandte Signalwege hoch- oder herunterreguliert exprimiert werden. Die 2 durchgeführten unabhängigen Vergleiche betrafen schwer bzw. nichtschwer und schwer/kritisch erkrankte Patienten (24 Wochen nach der Infektion) im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Die Daten zeigen, dass TP53 bei Patienten mit den höchsten Krankheitsschweregraden in allen Datensätzen herunterreguliert war. Dies war im Vergleich zu Kontrollen und leicht erkrankten Patienten statistisch signifikant unterschiedlich. Das Team beobachtete, dass die TP53-Expression nur bei schwer erkrankten Patienten negativ mit der Symptomdauer bis zur Probennahme korrelierte. Die erneute Analyse von TP53-Expressionsdaten im Blut von Long-COVID-Patienten einer Folgestudie ergab: Leicht erkrankte Patienten zeigten eine statistisch signifikante Herunterregulierung der TP53-Expression im Vergleich zu Gesunden, wobei es 16 Wochen nach der Infektion zu einer TP53-Reaktivierung in Richtung normaler Werte (nach 24 Wochen) kam. Bei schwer bzw. kritisch erkrankten Patienten war TP53 im Vergleich zu den Kontrollen auch 24 Wochen nach der Infektion statistisch signifikant herunterreguliert. Es gab außerdem keine Anzeichen für eine Erholung auf das bei den Kontrollen beobachtete TP53-Expressionsniveau. Die Daten weisen auch darauf hin, dass die TP53-Herunterregulierung einen signifikanten Einfluss auf interagierende Gene hat. Dies betrifft 8 Signalwege, die bei diesen Patienten 24 Wochen nach der Infektion im Vergleich zu anderen Patienten und Kontrollen entweder signifikant hoch oder herunter reguliert waren. Fazit Der Tumorsuppressor p53 ist nach einer schweren SARS-CoV-2-Infektion anhaltend reduziert. Das spanische Forschungsteam vermutet, dass dies ein Risikofaktor für die Onkogenese ist. Zukünftige Bemühungen sollten laut den Forschenden auf größere Kohorten und längere Nachbeobachtungszeiträume abzielen und mehr Probentypen untersuchen. (sh) Autoren: Gómez-Carballa A et al. Korrespondenz: Alberto Gomez; [email protected] Studie: Is SARS-CoV-2 an oncogenic virus? Quelle: J Infect 2022;S0163-4453(22)00469-8. Web: https://www.doi.org/10.1016/j.jinf.2022.08.005
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“" Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“ Mit der Gebührenordnung für Ärzte zum Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger (UV-GOÄ) kommt es zu deutlichen Verbesserungen für die Abrechnung arthroskopischer Operationen und der Grundleistungen.
Mehr erfahren zu: "DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“" DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“ Im Interview sprechen die drei Präsidenten des DKOU 2026 über Gesundheitspolitik, Herausforderungen für O & U und Programm-Highlights