Schädelbasischirurgie bei älteren Patienten5. April 2019 Foto: © Herrndorff – Fotolia.com Der Einsatz der Schädelbasischirurgie nimmt bei Patienten über 70 Jahren zu, doch die Sicherheit des Verfahrens in dieser Altersklasse wurde bislang nicht hinlänglich untersucht. Ziel einer aktuellen Studie war es, die Behandlungsergebnisse der Schädelbasischirurgie in einer Kohorte von Patienten im Alter von 70 Jahren und darüber darzustellen und zu evaluieren, ob Alter, Art der Erkrankung und Behandlungsansatz (endoskopisch oder offen chirurgisch) mit einer Zunahme intraoperativer und postoperativer Komplikationen assoziiert sind. Die retrospektive Kohortenstudie analysierte die populationsbasierten Daten von 219 Patienten eines 1720 Patienten umfassenden Datensatzes, die sich einer Schädelbasischirurgie unterziehen mussten. Die intraoperativen Vorkommnisse und postoperativen Komplikationen wurden nach Alter der Patienten, Behandlungsansatz und Status der Malignität analysiert. Von den 219 Patienten waren 166 zwischen 70 und 79 Jahre alt, 53 Patienten waren 80 oder älter (Durchschnittsalter 76,4 Jahre, 120 [54,8 %] Männer). Es wurden 161 endoskopische (73,5 %) und 58 offene (26,5 %) Operationen vorgenommen. Die am häufigsten vorkommenden pathologischen Prozesse unter den 219 Patenten waren maligne (81 [37,0 %]), benigne (53 [24,2 %]) und hypophysäre (49 [22,4 %]) Tumore; die häufigsten intraoperativen Ereignisse waren stärkere Blutungen (5 von 219 Patienten [2,3 %]) sowie postoperative Blutungen (9 [4,1 %]); die 30-Tages-Mortalität betrug 0. Es konnten keine signifikanten klinisch bedeutsamen Unterschiede zwischen den 70- bis 79-jährigen und den über 80-jährigen Patienten konstatiert werden; ebenso verhielt es sich hinsichtlich der Behandlungsansätze (endoskopisch oder offen) und der Gutartigkeit oder Bösartigkeit der Neoplasien. Im Vergleich zwischen der endoskopisch und der offen operierten Gruppe konnten keine Unterschiede in Bezug auf intraoperativ auftretende stärkere Blutungen (3,9 %; 95 %-Konfidenzintervall (KI) -0,7 % bis 12,9 %), postoperativ auslaufende Zerebrospinalflüssigkeit (-0,6 %; 95 %-KI -3,4 % bis 5,6 %) oder postoperative Blutungen (1,5 %; 95 %-KI -3,9 % bis 10,6 %) festgestellt werden. Das Fazit der Autoren: Die Schädelbasischirurgie ist eine sichere Behandlungsoption bei Patienten über 70 Jahren; die Behandlungsergebnisse sind trotz unterschiedlichem Alter, Behandlungsansatz und Krankheitsverlauf als gleich zu bewerten. (am)
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