Schlafapnoe mit Adipositas und Bluthochdruck assoziiert5. September 2019 © deagreez – stock.adobe.com In einer aktuellen Studie hat sich gezeigt, dass eine objektive kurze Schlafdauer (SSD), nicht aber eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) in unabhängiger Art und Weise mit einer Müdigkeit der Betroffenen über Tag verbunden ist. Im Gegensatz dazu war OSA, aber nicht SSD, unabhängig mit Adipositas, Bluthochdruck und Dyslipidämie assoziiert. Zum Hintergrund ihrer Studie schreiben die Autoren, dass sowohl eine OSA als auch eine SSD häufig mit Symptomen am Tag sowie mit einer kardiometabolischen Deregulierung verbunden sind. In den meisten Untersuchungen, die sich mit einer OSA befassen, werde jedoch eine SSD nicht evaluiert. Dasselbe sei umgekehrt der Fall. Ziel der Forscher war es daher, den Zusammenhang von OSA, SSD sowie deren Wechselwirkungen mit Müdigkeit und kardiometabolischen Risikofaktoren in einer großen Kohorte von Erwachsenen zu evaluieren. Eingeschlossen in die Untersuchung wurden konsekutive Probanden aus der Brazilian Longitudinal Study of Adult Health (ELSA-Brasil). Die Studienautoren verwendeten für die Schlussanalyse Daten von 2064 Teilnehmern. Von diesen waren 42,8% Männer, das Durchschnittsalter lag bei 49 ±8 Jahren. Die Gesamthäufigkeit von OSA und SSD betrug 32,9% bzw. 27,2%. Nach einer Bereinigung um mehrere Störfaktoren war eine übermäßige Müdigkeit am Tag unabhängig mit einer SSD verbunden (Odds Ratio [OR] 1,448; 95%-KI 1,172–1,790), jedoch nicht mit einer OSA (OR 1,107; 95%-KI 0,888–1,380). Die Interaktion einer SSD mit einer OSA wurde als nicht signifikant beurteilt. Prävalente Adipositas (OR 3,894; 95%-KI 3,077–4,928), Hypertonie (OR 1,314; 95%-KI 1,035–1,667) und Dyslipidämie (OR 1,251; 95%-KI 1,006–1,555) waren in unabhängiger Art und Weise mit einer OSA assoziiert, nicht aber mit einer SSD. Ebenso erwiesen sich die Wechselwirkungen einer OSA mit einer SSD als nicht signifikant. In einer zusätzlichen Analyse änderte sich an einer fehlenden Assoziation mit kardiometabolischen Risikofaktoren auch dann nichts, wenn für eine SSD eine Dauer <5 h angenommen wurde. Fazit In der Studie war eine objektive kurze Schlafdauer (SSD), nicht aber eine obstruktive Schlafapnoe (OSA) mit Müdigkeit am Tag verbunden ist. Im Gegensatz dazu war OSA, aber nicht SSD, mit Adipositas, Bluthochdruck und Dyslipidämie assoziiert. (ac) Autoren: Drager LF et al. Korrespondenz: Luciano F. Drager; [email protected] Studie: OSA, Short Sleep Duration, and Their Interactions With Sleepiness and Cardiometabolic Risk Factors in Adults: The ELSA-Brasil Study Quelle: Chest 2019;155(6):1190–1198. Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2018.12.003