Schlafbedürfnis und Symptombelastung nach Gehirnerschütterung

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Besteht bei Kindern in den ersten 4 Wochen nach einer Gehirnerschütterung ein Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen nächtlichen Schlafdauer und der Symptombelastung? Dieser Frage ging ein kanadisches Forscherteam mithilfe einer Kohortenstudie nach.

In die Kohortenstudie schlossen die Forschenden Kinder und Jugendliche im Alter von 10–18 Jahren ein, die wegen und innerhalb von 48 h nach einer Gehirnerschütterung in 3 pädiatrischen Notaufnahmen in Ontario, Kanada, behandelt worden waren. Wie lange die Teilnehmenden schliefen, wurde in den darauffolgenden 2 Wochen (Tag 1–14) 24 h/Tag mit an der Taille getragenen Beschleunigungssensoren und täglichen Schlafprotokollen erhoben. Die Symptombelastung wurde 1 Woche (Tag 7), 2 Wochen (Tag 14) und 4 Wochen nach der Verletzung mit dem Health and Behavior Inventory erfasst.

In die Hauptanalyse flossen die Daten von 291 Teilnehmern ein, deren medianes Alter 13,2 Jahre betrug (IQR 11,6–14,9), 44,0% waren Mädchen. Bei diesen war eine durchschnittliche nächtliche Schlafdauer von >9,5 h in der 1. Woche nach der Gehirnerschütterung mit einer höheren Symptombelastung nach 1 Woche assoziiert (75. Perzentil [10,5 h] vs. 25. Perzentil [9,5 h]: Schätzung 1,3; 95%-KI 0,25–2,28; 90. Perzentil [11,3 h] vs. 50. Perzentil [10,0 h]: Schätzung 2,9; 95%-KI 1,22–4,69]).

Eine durchschnittliche Schlafdauer von >9,9 h in den ersten 2 Wochen nach der Verletzung war mit einer höheren Symptombelastung nach 2 Wochen (90. Perzentil [10,9 h] vs. 50. Perzentil [9,9 h]: Schätzung 2,2; 95%-KI 0,85–3,47) und 4 Wochen (Schätzung 2,2; 95%-KI 0,85–3,47) sowie mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für anhaltende Symptome nach 4 Wochen (konservativ: OR 1,73; 95%-KI 0,91–3,26; liberal: OR 1,93; 95%-KI 1,07–3,47) verbunden.

Anders als frühere Untersuchungen brächten ihre Studienergebnisse eine durchschnittliche Schlafdauer von >9,9 h mit einer höheren Symptombelastung und persistierenden Beschwerden in Zusammenhang, resümieren die Autoren. Sie empfehlen Ärzten, die Schlafdauer ihrer Patienten mit Gehirnerschütterung im Auge zu behalten.

Fazit
Jugendliche, die in der ersten 2 Wochen nach der Verletzung durchschnittlich >9,5 h/Nacht schlafen, haben bis zu 4 Wochen lang mit einer höheren Symptombelastung zu kämpfen. (ej)

Autoren: Butterfield L et al.
Korrespondenz: Andrée-Anne Ledoux; [email protected]
Studie: Nightly Sleep Duration and Symptom Burden Over 1 Month Following Pediatric Concussion
Quelle: JAMA Netw Open 2025;8(6):e2516333.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2025.16333