Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Herz-Kreislauf-Patienten: Nicht immer typisch2. Januar 2019 Foto: © jannoon028/Fotolia Schlafbezogene Atmungsstörungen (sleep disordered breathing [SDB]) treten bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) sehr häufig auf und sind mit einem schlechten Outcome verbunden. Dabei zeigen aber CVD-Patienten mit SDB nicht immer typische Symptome einer solchen. Wissenschaftler untersuchten daher, ob etablierte Fragebögen eine zuverlässige Identifizierung von SDB ermöglichen. Die Forscher schlossen in ihre prospektive Kohortenstudie 89 klinisch stabile CVD-Patienten ein und unterzogen diese einer ambulanten Polygraphie. Eine SDB war dabei definiert als ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) ≥15 Ereignisse/h. Ausgewertet hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Vorhersage einer SDB wurden die Epworth Sleepiness Scale (ESS), der STOP-BANG-Fragebogen und der Berliner Fragebogen sowie anthropometrische Daten und Komorbiditäten. Die ESS korrelierte nicht mit einer SDB. Die Sensitivität des Berliner Fragebogens zum Nachweis einer SDB betrug 73 %, die Spezifität 42 %. Der STOP-BANG-Fragebogen ergab eine Sensitivität von 97 % bei einer Spezifität von 13 %. Eine koronare Herzkrankheit und/oder ein Myokardinfarkt in der Vorgeschichte des Patienten sowie eine Hyperurikämie und das Patientenalters trugen signifikant zu einem logistischen Regressionsmodell bei, das die Präsenz einer SDB vorhersagte. „Unser Regressionsmodell erklärt jedoch nur 36 % der Varianz in Bezug auf das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer SDB“, schreiben die Studienautoren. Da CVD-Patienten eine hohe SDB-Prävalenz und ein schlechtes Outcome zeigten, ermögliche nur ein systematisches Screening auf der Grundlage von atmungsbezogenen Parametern (Atemfluss, Sauerstoffsättigung im Blut usw.) eine zuverlässige SDB-Beurteilung, konstatieren die Wissenschaftler.
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