Schlafbruxismus korreliert mit Stoffwechsel- und Hormonstörungen

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Schlafbruxismus ist gekennzeichnet durch wiederholte phasische, tonische oder gemischte Kaumuskelaktivität während des Schlafes und ist multifaktoriell bedingt. Frühere Studien haben gezeigt, dass der komplexe Ursprung von Schlafbruxismus mit den psychologischen Merkmalen des Betroffenen, dem Konsum von Koffein und Alkohol, Rauchen, obstruktiver Schlafapnoe, Diabetes, erhöhtem Body-Mass-Index, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen und wahrscheinlicher genetischer Anfälligkeit zusammenhängt.

Die Studie von Dr. Monika Michalek-Zrabkowska von der Wroclaw Medical University (Polen) setzte sich deshalb zum Ziel, die mit Schlafbruxismus assoziierten Entzündungsmarker, hormonellen Störungen und Schläfrigkeit zu untersuchen, die einen potenziellen Einfluss auf das kardiovaskuläre (CV) Risiko bei relativ jungen und gesunden Patienten haben. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Probanden mit Schlafbruxismus Stoffwechsel- und Hormonstörungen hatten, die wahrscheinlich auf Stress und sympathische Aktivität zurückzuführen waren. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass sie aufgrund des erhöhten Niveaus an Entzündungs- und Stressmarkern möglicherweise ein erhöhtes CV-Risiko haben.

Insgesamt wurden 74 Personen, die wahrscheinlich an Schlafbruxismus litten, in einer Einzelnacht einer Polysomnographie unterzogen. Danach wurde Blut entnommen und ein Urinausscheidungstest (24 Stunden) durchgeführt. Der Grad der Tagesmüdigkeit wurde per Epworth-Schläfrigkeitsskala bewertet.

Die Diagnose eines Schlafbruxismus wurde bei 78,4% der Studienteilnehmer bestätigt. Der Bruxismus-Episodenindex (BEI) korrelierte positiv mit den Konzentrationen von 17-Hydroxycorticosteroid, C-reaktivem Protein und Fibrinogen in den gesammelten Urinproben. Eine positive Korrelation wurde auch zwischen dem phasischen BEI und der Glucosekonzentration 2 Stunden nach Einnahme der Glucoselösung gefunden. Probanden mit Schlafbruxismus zeigten im Vergleich zu den Probanden ohne Schlafbruxismus eine signifikant höhere Schläfrigkeit (p=0,02). Die Werte für Schläfrigkeit korrelierten zudem positiv mit gemischtem BEI, minimaler Sauerstoffsättigung und mittlerer Herzfrequenz.

Fazit
Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass Teilnehmer mit Schlafbruxismus Stoffwechsel- und Hormonstörungen hatten, wahrscheinlich aufgrund von Stress und sympathischer Aktivität. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass junge Personen mit Schlafbruxismus aufgrund des erhöhten Niveaus an Entzündungs- und Stressmarkern möglicherweise ein hohes CV-Risiko haben. (sh)

Autoren: Michalek-Zrabkowska M et al.
Korrespondenz: Mieszko Wieckiewicz; [email protected]
Studie: Determination of Inflammatory Markers, Hormonal Disturbances, and Sleepiness Associated with Sleep Bruxism Among Adults
Quelle: Nat Sci Sleep 2020;12:969–979.
Web: https://doi.org/10.2147/NSS.S268470