Schlafmedikament verhindert in Mäusen suchterzeugende Wirkung von Opioiden23. Juli 2024 Symbolbild: ©Zerbor/stock.adobe.com Der Wirkstoff Suvorexant zur Behandlung von Schlaflosigkeit verhinderte in einer neuen Studie die süchtig machende – nicht aber die schmerzlindernde – Wirkung von Morphin bei Mäusen. Die in der Fachzeitschrift „Nature Mental Health“ veröffentlichte Studie kam zu dem Schluss, dass Suvorexant – ein Medikament, das Rezeptoren für den Neurotransmitter Orexin (auch Hypocretin genannt) im Gehirn blockiert – die Opioidabhängigkeit verhindert. In hohen Dosen wirkt Suvorexant beim Menschen schlaffördernd und wird zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt. Unter den viel niedrigeren Dosen, die bei der Verhinderung der Opioidabhängigkeit bei Mäusen wirksam sind, wurde jedoch kein Schlaf ausgelöst und die Aufmerksamkeit der Mäuse gekennzeichnet durch ihr Verhalten blieb erhalten. Die Forschungsarbeit stand unter Leitung von Wissenschaftlern der University of California, Los Angeles (UCLA, USA). Orexin steht in Verbindung mit einer Opioidabhängigkeit Orexin ist ein Peptid, das mit der Stimmung in Verbindung gebracht wird, wobei die Freisetzung des Signalstoffes beim Menschen bei angenehmen Aktivitäten maximal und bei Schmerz oder Traurigkeit minimal ist. Der Verlust von Orexin-Neuronen ist die Ursache der Narkolepsie, bei der es sich vermutlich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Menschen mit Narkolepsie und Mäuse, die zu Narkoleptikern gemacht wurden, sind weit weniger anfällig für eine Opiatabhängigkeit. In der Vergangenheit haben Forscher außerdem festgestellt, dass sowohl Menschen als auch Mäuse, die von Opioiden abhängig sind, eine höhere Anzahl von Orexin produzierenden Neuronen entwickeln. Morphin bewirkt, dass die Orexin-Neurone ihre anatomischen Verbindungen zu den mit Vergnügen assoziierten Gehirnregionen verstärken. Suvorexant verhindert Sucht bei Mäusen Die jüngste Studie an 170 Mäusen ergab, dass die Verabreichung von Morphin gemeinsam mit Suvorexant opioidbedingte Veränderungen der Orexin-Neuronen verhindert. Das Schlafmedikament unterdrückte die verstärkte Ausbildung von Verbindungen der Orexin-Neurone zu den mit der Belohnung zusammenhängenden Hirnregionen und reduzierte die durch Opioide ausgelöste Entzündung des Gehirns stark. Weiterhin konnte durch die gemeinsame Verabreichung das suchtartige Verhalten bei Mäusen verhindert werden, die ihre tägliche Morphindosis erwarten. Suvorexant, das zusammen mit Morphin verabreicht wird, reduziert laut der Studie auch die Morphin-Entzugssymptome erheblich. Gleichzeitig wurde die schmerzlindernde Wirkung des Opioids aufrechterhalten. Hauptautor Dr. Jerome Siegel vom Jane & Terry Semel Institute for Neuroscience and Human Behavior der UCLA Health betont, dass weitere Studien erforderlich sind, um festzustellen, ob die Ergebnisse zur Unterdrückung der Abhängigkeit, die bei Mäusen beobachtet wurden, auch beim Menschen zu beobachten sind. „Dies kann möglicherweise eine sicherere und wirksamere Schmerzbehandlung ohne das Risiko einer Abhängigkeit und einer tödlichen Opioidüberdosierung ermöglichen“, hofft der Forscher. (ah)
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