Schlafstörungen und Schlaganfallrisiko: Fachgesellschaften treffen Kernaussagen16. Juli 2020 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Task Force aus Neurologen, Schlaganfall-Experten, Pneumologen, Schlafmedizinern und Fachleuten für Methodik hat 4 große wissenschaftliche Fachgesellschaften eingerichtet, um die Evidenz hinsichtlich möglicher Zusammenhänge zwischen Schlafstörungen und Schlaganfall sowie die Auswirkungen der Therapie kritisch zu bewerten. Insgesamt wurden 88 Studien in die Auswertung eingeschlossen. So stellte das Gremium fest, dass eine schwere OSA das Risiko für Schlaganfälle verdoppelt, insbesondere bei jungen Patienten und solchen mittleren Alters. Eine Therapie mit kontinuierlichem positiven Atemwegsdruck (CPAP) kann das Schlaganfallrisiko verringern, insbesondere bei therapietreuen Patienten. Die OSA-Prävalenz ist bei Schlaganfallpatienten hoch und kann mittels Polygraphie beurteilt werden. Eine schwere OSA ist ein Risikofaktor für ein Schlaganfallrezidiv und kann mit der Schlaganfallmortalität in Verbindung stehen, während eine CPAP das Schlaganfall-Outcome verbessern kann. Es sei nicht klar, so die Task Force, ob Schlaflosigkeit das Schlaganfallrisiko erhöht, während eine Pharmakotherapie bei Schlaflosigkeit es erhöhen kann. Periodische Bewegungen der Gliedmaßen im Schlaf (PLMS), jedoch nicht das Restless-Limb-Syndrom (RLS), können mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert sein. Vorläufige Daten deuten auf eine hohe Häufigkeit von Schlaflosigkeit und RLS nach Schlaganfall und deren Zusammenhang mit einem weniger günstigen Schlaganfall-Outcome hin. Daten zur Therapie sind dünn gesät. Fazit Insgesamt ist die Evidenzbasis für den Zusammenhang der OSA mit Schlaganfall am besten und unterstreicht die Bedeutung der aktiven Diagnose und Therapie, wie die Studienautoren betonen. Forschungslücken bestehen laut dem Expertengremium insbesondere in Bezug auf die Zusammenhhänge von Schlaflosigkeit und RLS/PLMS mit Schlaganfall. (ac) Autoren: Bassetti CLA et al. Korrespondenz: Claudio Bassetti; [email protected] Studie: EAN/ERS/ESO/ESRS Statement on the Impact of Sleep Disorders on Risk and Outcome of Stroke Quelle: Eur Respir J 2020;55(4):1901104. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01104-2019