Schlaganfall-Nachsorge-Konzept gewinnt MSD-Sonderpreis28. September 2020 Das Team des ausgezeichneten SOS-Care-Teams (v.l.n.r.:) Heike Trost und Uwe Helbig (Case Manager), PD Dr. Jessica Barlinn (Leiterin) und Nastasja Pfaff (Case Managerin). (Foto: MSD, MSD Sharp & Dohme GmbH) Das Versorgungsmanagement-Projekt „SOS-Care – Hilfe nach Schlaganfall“ der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ist mit dem MSD-Sonderpreis ausgezeichnet worden. Mit der Auszeichnung setzte die Jury des Arzneimittel-Unternehmens MSD Anfang September der Universität zufolge bewusst ein Zeichen: Den Sonderpreis erhalten Projekte, „die neben ihrer eigentlichen Zielrichtung auch in besonderer Weise Signalwirkung für Folgeprojekte haben könnten und sollten“, heißt es in der Laudatio der Jury. Die ausgezeichnete Form der Schlaganfallnachsorge – seit 2016 von der AOK Plus finanziert – bildet die Grundlage dafür, dass zusätzliche Daten zur Wirksamkeit des Konzepts erhoben werden, um das Programm weiter optimieren zu können. „Dass die Übergabe des MSD-Sonderpreises mit der vertraglichen Zusicherung einer unbefristeten Finanzierung des SOS-Care-Projekts durch die AOK Plus zusammenfällt, bedeutet den Initiatoren und Mitwirkenden sehr viel. Dank ihres Engagements ist es gelungen, Maßstäbe in der Versorgung von Schlaganfällen zu setzen und die damit erzielten positiven Effekte zeitnah wissenschaftlich zu belegen. Dies sollte ein klares Zeichen an alle anderen Kostenträger sein, ihren Versicherten ebenfalls die Schlaganfallnachsorge nach unserem Konzept zu finanzieren“, sagte Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums. Im Rahmen des Programmes wird betroffenen Patienten dem Schlaganfall für ein Jahr ein persönlicher Betreuer zur Seite gestellt. Dieser „Schlaganfall-Lotse“ koordiniert die weitere medizinische Versorgung im ambulanten Bereich und motiviert Patienten zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil, zur Reduzierung der individuellen Risikofaktoren und Medikamententreue. Ziel ist es, einen erneuten Schlaganfall und deren Folgen zu vermeiden. Der Case-Manager übernimmt dabei keine Aufgaben beziehungsweise Leistungen, die durch die beteiligten medizinischen Institutionen bereits erbracht werden. Seine Hauptaufgabe ist es, eine effiziente und effektive Organisation sicherzustellen und den Patienten zu beraten. Im Jahr 2019 betreuten die Lotsen im Uniklinikum Dresden rund 150 AOK Plus-versicherte und im Stadtgebiet Dresden wohnende Schlaganfall-Patienten. „Die Anerkennung, die das Nachsorgeprojekt ‚SOS-Care – Hilfe nach Schlaganfall‘ hier erhält, bestätigt uns die großen Möglichkeiten des Vorhabens für unsere Versicherten. Seit Oktober 2016 haben wir für insgesamt 370 Versicherte für diese Betreuung die Kosten der Lotsen übernommen. Dadurch helfen wir, die Gefahr eines Rückfalles zu verringern und die Lebensqualität unserer Versicherten deutlich zu steigern“, betont Rainer Striebel, Vorstand der AOK Plus. „So ist es mit diesem Vertrag möglich, die vorgegebenen Grenzen zwischen den Sektoren der Krankenversorgung im Sinne der Kranken zu überwinden. Deshalb haben wir den Vertrag mit dem Uniklinikum Dresden zu SOS-Care ab 2020 unbefristet verlängert.“
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