Schlechte Schlafqualität in der Schwangerschaft mit höherem Adipositasrisiko des Kindes assoziiert30. September 2026 Symbolbild © motortion/stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine schlechte Schlafqualität im letzten Drittel der Schwangerschaft mit einer veränderten Gewichtsentwicklung des Kindes und einem erhöhten späteren Adipositasrisiko einhergeht. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Mütter mit schlechter Schlafqualität im letzten Schwangerschaftsdrittel Kinder zur Welt brachten, die in den ersten sechs Lebensmonaten ein geringeres Gewicht hatten, danach jedoch ein höheres Gewicht aufwiesen. Dieser Zusammenhang war bei männlichen Säuglingen und bei termingerecht geborenen Kindern am stärksten ausgeprägt. Die im „American Journal of Preventive Medicine“ veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Erfassung der Schlafqualität in der routinemäßigen Schwangerschaftsvorsorge die frühzeitige Identifizierung von Schwangerschaften mit erhöhtem Risiko ermöglichen könnte. Eine Verbesserung der Schlafqualität könnte zudem der Gesundheit von Mutter und Kind zugutekommen. Schlafgesundheit während der Schwangerschaft und Adipositas im Kindesalter sind zwei bedeutende und beeinflussbare Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit. Weltweit haben sich die Adipositasraten bei Kindern und Jugendlichen zwischen 1990 und 2022 mehr als verdoppelt; mittlerweile sind mehr als 390 Millionen 5- bis 19-Jährige betroffen. Studien haben gezeigt, dass eine schlechte Schlafgesundheit mit verschiedenen Erkrankungen in Zusammenhang steht, darunter Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Untersuchungen an Menschen und Tieren deuten zudem darauf hin, dass die Schlafqualität während der Schwangerschaft eine Rolle bei der generationsübergreifenden Weitergabe des Adipositasrisikos von der Mutter auf das Kind spielen könnte. Prospektive Studie mit 645 Mutter-Kind-Paaren Eine rasche Gewichtszunahme im Säuglingsalter ist ein Risikofaktor für Adipositas im späteren Kindesalter. Ein besseres Verständnis des Zusammenhangs zwischen der Schlafgesundheit während der Schwangerschaft und der frühen Gewichtsentwicklung könnte daher dazu beitragen, Auswirkungen auf die Stoffwechselgesundheit der Kinder zu verringern. Die meisten bisherigen Studien waren Querschnittsstudien oder untersuchten Kinder im Alter von über zwei Jahren. Zudem wurde der Zusammenhang zwischen der Schlafgesundheit in der Schwangerschaft und Adipositas im Kindesalter bislang kaum bei hispanischen Bevölkerungsgruppen in den USA untersucht, die im Vergleich zu anderen ethnischen Gruppen häufiger von Übergewicht oder Adipositas betroffen sind. Die vorliegende Studie untersuchte 645 Mutter-Kind-Paare (81% hispanisch) aus der prospektiven Schwangerschaftskohorte MADRES (Maternal and Developmental Risks from Environmental and Social Stressors) in Los Angeles. Die Forschenden erfassten die Schlafqualität im letzten Schwangerschaftsdrittel mithilfe der Jenkins Sleep Scale. Größe und Gewicht der Kinder wurden bei Nachuntersuchungen in der Klinik der University of Southern California gemessen oder aus Krankenakten entnommen. Geringeres Gewicht bis sechs Monate, danach höheres Gewicht Die meisten Mütter berichteten über leichte bis mittelschwere Schlafstörungen; 26 Prozent wiesen eine schlechte Schlafqualität auf. Kinder von Müttern mit der schlechtesten Schlafqualität hatten von der Geburt bis zum Alter von sechs Monaten ein geringeres Gewicht, danach jedoch ein höheres Gewicht. Im Alter von einem Jahr betrug der Gewichtsunterschied 346,7 Gramm; der größte Unterschied wurde im Alter von 17 Monaten festgestellt und lag bei 751,5 Gramm. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die beobachteten Zusammenhänge vor allem mit einer schlechten Schlafqualität im letzten Schwangerschaftsdrittel zusammenhängen und nicht durch andere pränatale und postnatale Faktoren erklärt werden, darunter die Ernährungsgewohnheiten der Kinder. Mögliche Mechanismen der Gewichtsentwicklung Die leitende Autorin Prof. Carrie Breton erklärt: Unsere Forschung stützt die Annahme, dass Einflüsse während kritischer Entwicklungsphasen der Schwangerschaft die Gesundheit des Kindes prägen können. Verschiedene biologische Mechanismen könnten einen Zusammenhang zwischen der Schlafgesundheit im letzten Schwangerschaftsdrittel und der Gewichtsentwicklung der Kinder herstellen. So könnte schlechter Schlaf beispielsweise die metabolische Programmierung bei der Mutter oder beim Kind oder bei beiden beeinflussen. Dies wiederum könnte die Verteilung der Fettmasse beim Neugeborenen verändern und zu abnormalen Lipidprofilen oder erhöhten Entzündungswerten führen. Alternativ könnten auch Stressmechanismen, die mit einem erhöhten Risiko für Adipositas im Kindesalter verbunden sind, eine Rolle spielen.“ Die Erstautorin Xiaoran Yang ergänzt: „Eine schlechte Schlafgesundheit während der Schwangerschaft ist häufig und wird oft übersehen. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ihre Erfassung im Rahmen der routinemäßigen Schwangerschaftsvorsorge ein einfacher und wirkungsvoller Schritt zu einem gesünderen Wachstum der nächsten Generation sein könnte.“ (lj/BIERMANN)
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