Schlechter Geruchssinn bei Senioren mit schlechterer Lungenfunktion verbunden

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Bei Menschen höheren Alters geht ein eingeschränkter Geruchssinn laut einer aktuellen Studie mit einer schlechteren Lungenfunktion einher. Warum das so ist, bleibt allerdings unklar.

Die Studienautoren hatten in ihrer Arbeit Daten zu 1951 Personen aus der Health, Aging, and Body Composition Study ausgewertet. Mögliche Mechanismen, die der Assoziation zwischen Geruchsinn und Lungenfunktion zugrunde liegen gelte es aber noch zu klären. Auch müssten die aktuellen Ergebnisse in weiteren Studien bestätigt werden, schreiben Erstautor Guoyong Ding von der Michigan State University und Kollegen in der März-Ausgabe der Zeitschrift „Chest“.

Beeinflusst der Geruchssinn ob Menschen eine Spirometrie durchführen können?

Die Probanden hatten im dritten Jahr der Health, Aging, and Body Composition Study (1999–2000) den Zwölf-Punkte-Kurztest zur Geruchsidentifizierung (Brief Smell Identification Test [B-SIT]) absolviert und im späteren Verlauf der Untersuchung (fünftes, achtes oder zehntes Jahr der Studie) mindestens eine Spirometrie. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer bei der ersten Spirometrie geben die Verfasser der aktuellen Analyse mit 74,4 (SD 2,8) Jahren an.

Bezüglich des Geruchssinns teilte man die Probanden in drei Gruppen ein: die olfaktorische Fähigkeit wurde als gut (B-SIT-Wert 11–12), im mittleren Bereich (B-SIT-Wert 9–10) oder als schwach (B-SIT-Wert 0–8) eingestuft. Die Forschenden prüften unter anderem, ob der Geruchssinn mit der Fähigkeit der Teilnehmenden, den Spirometrie-Test durchzuführen beziehungsweise abzuschließen, assoziiert war.

Ergebnisse robust, über alle Zeitpunkte konsistent

Wie Ding et al. berichten, wiesen Teilnehmende mit eingeschränktem Geruchssinn bei allen drei Zeitpunkten der klinischen Untersuchung zwischen dem fünften und zehnten Jahr der Studie niedrigere Werte für die Einsekundenkapazität (FEV1) und die forcierte Vitalkapazität (FVC) auf. Beispielsweise fiel im fünften Jahr der FEV1-Wert bei Teilnehmenden mit Geruchssinn im mittleren Bereich im Vergleich zu Probanden mit gutem Geruchssinn durchschnittlich um 44,0 ml geringer aus (95 %-KI 8,3–79,7 ml).

Für Teilnehmende mit schwachem Geruchssinn berichten die Wissenschaftler von einer Verringerung um 63,5 ml (95 %-KI 25,8–101,7 ml). Laut den Autoren erwiesen sich die Ergebnisse in Sensitivitätsanalysen als robust. In keiner der Analysen ergab sich ein Zusammenhang zwischen dem Geruchssinn und dem FEV1/FVC-Quotienten. Die Wissenschaftler berichten auch, dass Probanden mit schwachem Geruchssinn mit höherer Wahrscheinlichkeit Spirometrien abbrachen oder ausließen. Diese Beobachtung traf auf alle Untersuchungszeitpunkte zu. (ac)