Schleswig-Holstein: Brustkrebs-Früherkennungsprogramm QuaMaDi um fünf Jahre verlängert12. November 2024 Foto: © Gorodenkoff/stock.adobe.com Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) und die beteiligten gesetzlichen Krankenkassen in Schleswig-Holstein haben vereinbart, das Programm um weitere fünf Jahre fortzusetzen. QuaMaDi ist ein bundesweit einmaliges Untersuchungsprogramm für Frauen mit erhöhtem Risiko oder einem Verdacht auf Brustkrebs. Zentrales Instrument ist eine Zusammenarbeit aller beteiligten Arztgruppen (niedergelassene Gynäkologen, Radiologen, Pathologen und Ärzte in spezialisierten Brustzentren in Kliniken). Jede Mammographie-Aufnahme wird dabei nicht nur von einem, sondern zusätzlich durch einen zweiten, unabhängigen Radiologen beurteilt. Bei einem verdächtigen oder nicht eindeutigen Ergebnis begutachtet außerdem ein dritter Arzt in einem Brustzentrum die Befunde und Bilder. Der gesamte Prozess ist digitalisiert. Alle Bilder und Befunde werden auf einer zentralen telematischen Plattform gebündelt. Auf diese Unterlagen haben die beteiligten Ärzte einen sofortigen Zugriff, betont die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein in ihrer Pressemitteilung. Einsatz von KI geplant Künftig soll die Diagnosesicherheit in QuaMaDi weiter optimiert werden: Geplant ist, nach einerErprobungsphase unter wissenschaftlicher Begleitung ein spezielles KI-Programm einzusetzen, das die Radiologen bei der Befundung der Mammographie-Aufnahmen unterstützt. Ziel ist, dass sich der Zweitbefunder auf die komplexen und dringlichen Fälle konzentrieren kann und dabei nichts übersieht. Die KVSH und die beteiligten Krankenkassen haben außerdem vereinbart, die Patientinnen nochgezielter in den für sie medizinisch sinnvollen Versorgungsbereich zu steuern: Hochrisiko-Patientinnen sollen künftig durch einen Fragebogen in den gynäkologischen Praxen identifiziert und zur Versorgung an spezialisierte Brustkrebszentren verwiesen werden. Patientinnen mit mittlerem Brustkrebs-Risiko können in QuaMaDi eingeschrieben werden und Patientinnen mit niedrigem Risiko am Mammographie-Screening teilnehmen. Dadurch werden vorhandene medizinische Kapazitäten effizient genutzt und Wartezeiten für Patientinnen verkürzt. Lage in Schleswig-Holstein Jedes Jahr werden in Schleswig-Holstein zwischen 65.000 und 70.000 Frauen mit erhöhtem Risiko oder einem Verdacht auf Brustkrebs im Rahmen von QuaMaDi untersucht. 2022 wurden dabei rund 1100 Mammakarzinome entdeckt. Der überwiegende Anteil der Brustkrebs-Fälle wird in einem frühen Stadium erkannt. QuaMaDi gibt es in Schleswig-Holstein flächendeckend seit 2005. An dem Programm nehmen aktuell knapp 460 Ärzte teil: Gynäkologen (357), Radiologen (73), Pathologen (17), Ärzte in Brustzentren (9).
Mehr erfahren zu: "Risikofaktoren für Malignität bei Endometriumpolypen" Risikofaktoren für Malignität bei Endometriumpolypen Endometriumpolypen sind meist harmlos, doch bei älteren Frauen steigt das Risiko für Krebs. Entscheidend für die Beurteilung ist das Alter und der Zustand des umliegenden Endometriums – Größe und Wiederauftreten […]
Mehr erfahren zu: "Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden" Land unterstützt UKSH und übernimmt Schulden Fraktionen und Regierung stehen in Schleswig-Holstein geschlossen hinter dem Universitätsklinikum: Viel Geld fließt in Forschung, Versorgung und Modernisierung. Doch die Entscheidung bringt auch neue Schulden für das Land.
Mehr erfahren zu: "Bluthochdrucktherapie mit besserem Überleben bei metastasiertem Brustkrebs assoziiert" Bluthochdrucktherapie mit besserem Überleben bei metastasiertem Brustkrebs assoziiert Bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs ist Bluthochdruck eine häufige Begleiterkrankung. Eine aktuelle Studie aus der Fachzeitschrift „Cancer Medicine“ zeigt nun, dass eine konsequente antihypertensive Kombinationstherapie mit einem besseren Überleben bei […]