Schlomm wechselt von der Martini-Klinik als neuer Direktor an die Charité20. Februar 2018 Thorsten Schlomm. Foto: Eva Hecht Prof. Thorsten Schlomm von der renommierten Hamburger Martini-Klinik übernimmt die W3-Professur auf Lebenszeit für Urologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin als Nachfolger von Prof. Kurt Miller. Mit der Professur ist auch die Leitung der Klinik für Urologie am Campus Charité Mitte und Campus Benjamin Franklin verbunden. Der Prostataexperte hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der urologischen Klinik hochspezialisierte Zentren für die einzelnen Krankheitsbilder zu etablieren. Damit will er die Behandlungsqualität für die Patienten und gleichzeitig die Ausbildung der Ärzte weiter verbessern. Prostatakrebs ist mit rund 25 Prozent die häufigste Krebserkrankung von Männern in Deutschland. Dabei tritt sie vor dem 50. Lebensjahr eher selten auf, am häufigsten wird sie in einem Alter ab 60 Jahren diagnostiziert. Das Erkennen und Behandeln des Karzinoms stehen im Fokus der klinischen Arbeit des neuen Direktors. Schlomm hat sich im Verlauf der Jahre auf neue Operationsmethoden spezialisiert, die die Lebensqualität der Patienten nach der Prostataentfernung besser erhalten sollen. So hat er eine schonende Technik entwickelt, mit der die gefürchtete Inkontinenz – als Folge der Operation – reduziert werden konnte. „Wir freuen uns, dass wir einen derart herausragenden Experten auf diesem Fachgebiet gewinnen konnten. Professor Schlomm genießt seit Jahren höchstes Ansehen und wird mit seiner Erfahrung die Urologie der Charité bereichern“, erklärt Prof. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité. Der Kliniker und Wissenschaftler will ein neues Modell der regionalen und überregionalen medizinischen Versorgung etablieren, bei dem die Patienten im Mittelpunkt des Kompetenznetzwerks stehen. Dabei setzt er auf eine ganzheitliche und interdisziplinäre Versorgung der Tumorpatienten. Er will Brücken zwischen allen Fachgebieten schlagen: „Meine Vision ist es, die Urologie der Charité zur internationalen Referenz für patientenorientierte, qualitätsbasierte Medizin und patientenorientierte Forschung zu entwickeln“, sagt er über seine Pläne an der neuen Wirkungsstätte. Experte für genbasierte Krebstherapie In seiner Forschungstätigkeit setzt sich Schlomm mit der genbasierten Krebstherapie auseinander. Er leitet Projekte in den beiden weltweit größten Genomforschungsprojekten, dem „International Cancer Genome Consortium“ (ICGC) und dem „The Cancer Genome Atlas“ (TCGA). In seinem Arbeiten versteht er sich als Übersetzer zwischen der Grundlagenforschung und der Medizin: „Ich habe das Ziel, die genetischen Grundlagen für die Krebsentstehung für die Diagnostik und Therapie nutzbar zu machen“, erläutert Schlomm. Er fügt hinzu: „Wir sind inzwischen soweit, dass wir Patienten anhand des genetischen Tumorprofils gezielt mit genspezifischen Medikamenten therapieren können.“ Die Forschungsinfrastruktur will er auch zukünftig an der Charité weiter ausbauen. Es soll ein Zentrum etabliert werden, an dem zum Thema genbasierte Medizin von urologischen Tumoren geforscht wird. „Mein Wunsch ist, dass wir bald jeden Tumor und Patienten komplett genetisch analysieren und die Behandlung dann maßgeschneidert auf die genetischen Profile abstimmen können“, sagt er. Schlomm war bisher leitender Arzt und wissenschaftlicher Direktor der Martini-Klinik am Prostatakarzinomzentrum in Hamburg-Eppendorf (UKE) und Sektionsleiter an der Klinik und Poliklinik für Urologie des UKE. Sein Medizinstudium hat er an der Georg-August-Universität Göttingen absolviert. Die Qualifizierung für die Urologie konnte Schlomm am UKE und verschiedenen Stationen in den USA erlangen. (Charité/ms)
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