Schluckbeschwerden und Allergien: Ist es eine eosinophile Ösophagitis?6. Februar 2024 Foto: © FAMILY STOCK – stock.adobe.com Kinder und junge Erwachsene mit Allergien oder Ekzemen, die Schluckbeschwerden haben, leiden möglicherweise an einer eosinophilen Ösophagitis. Hinweise zur Diagnose und Behandlung dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung gibt nun ein neuer Übersichtsartikel. Obwohl jeder von einer eosinophilen Ösophagitis betroffen sein kann, ist das Risiko bei Kindern im Alter von fünf bis 14 Jahren und Erwachsenen im Alter von 20 bis 45 Jahren höher. Männer sind drei- bis viermal Mal häufiger betroffen als Frauen. Die Inzidenz nimmt zu, und die Raten sind in Nordamerika und Europa am höchsten. Es ist unklar, ob die steigende Zahl der Erkennungen auf eine stärkere Sensibilisierung zurückzuführen ist oder ob sie eine tatsächliche Zunahme der Krankheit in unseren Gemeinschaften widerspiegelt. Die wichtigsten Punkte: Schluckbeschwerden und ein Verklemmen der Nahrung in der Speiseröhre sind die häufigsten Symptome bei Jugendlichen und Erwachsenen, während bei Kindern eher Bauchschmerzen, Sodbrennen/Reflux, Appetitlosigkeit, chronischer Husten und Erbrechen zu beobachten sind. Die meisten Patienten (75%) haben mindestens eine atopische Erkrankung wie Lebensmittel- oder Umweltallergien, Asthma oder Ekzeme. Die Diagnose basiert auf der Krankengeschichte und vier bis sechs Ösophagusbiopsien, die während einer Gastroskopie/Endoskopie an mindestens zwei Stellen entnommen werden. Zur Vorbeugung langfristiger Komplikationen wird eine Behandlung in Form von Diät, Medikamenten oder Ösophagusdilatation empfohlen. Es ist wichtig, zwischen einer eosinophilen Ösophagitis und einer Essstörung bei Erwachsenen zu unterscheiden. „Essstörungen können schwer von eosinophiler Ösophagitis zu unterscheiden sein, da restriktives Essverhalten, einschließlich Nahrungsmittelaversionen, Angst vor den Mahlzeiten und Kauverhalten, ein mögliches Merkmal beider Erkrankungen sind“, erklärte Dr. Milli Gupta und Michelle Grinman, Cumming School of Medicine, University of Calgary, Calgary, Alberta. Eine detaillierte Ernährungsanamnese sei unerlässlich, um herauszufinden, welche Arten von Lebensmitteln ein Patient meidet und warum. Patienten mit eosinophiler Ösophagitis meiden möglicherweise Fleisch und Brot aufgrund früherer Erstickungsanfälle, während Patienten mit Essstörungen dies möglicherweise aufgrund des Kaloriengehalts tun. Die Autoren empfehlen eine gemeinsame Entscheidungsfindung von Arzt und Patient, um die Auswirkungen der Krankheit und ihrer Behandlung auf die Lebensqualität zu mildern. Sie schlagen einen vielschichtigen Ansatz vor, der je nach Schwere der Erkrankung und dem Risiko künftiger Komplikationen Ernährungsumstellungen und Medikamente umfasst. Bei Patienten mit einem hohen Risiko für Nahrungsmittel-Impaktionen kann eine Ösophagusdilatation erforderlich sein, und es wird empfohlen, einen Gastroenterologen und einen Diätassistenten zu konsultieren, um die Behandlung individuell anzupassen. Die Autoren fordern mehr Forschung, um die Krankheit besser zu verstehen und optimale Wege für die Diagnose, Behandlung und das Management der eosinophilen Ösophagitis zu finden.
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