Schmerzabteilung im Bergmannsheil startet ambulantes Therapieprogramm PAIN 2.027. Januar 2023 Zu Beginn der Studie wird eine ausführliche Diagnostik durchgeführt. Die Physiotherapie ist dabei ein zentraler Baustein. Foto: BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Die Abteilung für Schmerzmedizin am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum bietet ab sofort das spezielle ambulante Therapieprogramm PAIN2.0 für Menschen mit wiederkehrenden Schmerzen an. Das derzeit als Versorgungsstudie laufende Projekt soll die Chronifizierung von Schmerzen frühzeitig verhindern. Am Bergmannsheil sowie bundesweit an 22 Partnerstandorten der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. steht seit 1. Januar 2023 ein maßgeschneidertes ambulantes zehnwöchiges Kurzzeitprogramm zur Verfügung, das berufsbegleitend bei wiederkehrenden Schmerzen durchgeführt werden kann. „Eine Prävention chronischer Schmerzen ist auch ambulant nötig und möglich“, betont PD Dr. Kathrin Bernardy, leitende Psychologin und PAIN2.0-Projektleiterin am Bergmannsheil. Ziel des Projekts PAIN2.0 ist die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit und der Selbstwirksamkeit der Betroffenen. Schmerzreduzierende Strategien werden zusammen mit aktuellem Wissen über Schmerz und seine Risikofaktoren vermittelt und eingeübt, der Schwerpunkt liegt auf der Übertragung präventiver Strategien in den unmittelbaren Alltag der Patientinnen und Patienten. Das Therapiekonzept orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Prävention von chronischen Schmerzen, die vor allem durch eine Mischung aus Wissensvermittlung und körperlichen Übungen erreicht werden können. Dabei arbeiten in der Gruppentherapie die Betroffenen mit Fachpersonal aus Medizin, Psychotherapie und Physiotherapie eng zusammen. Über regelmäßige Absprachen im Team, Einzelsitzungen der jeweiligen Berufsgruppen und die Durchführung der Therapie in der Gruppe werden die Patientinnen und Patienten aus allen Perspektiven betrachtet und optimal therapiert sowie individuell betreut. PAIN2.0 richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahre mit wiederkehrenden Schmerzen von mehr als 6 Wochen oder häufig wiederkehrenden Schmerzen, wenn sie sich in ihrer Lebensführung durch diese Schmerzen eingeschränkt fühlen. Sofern in diesen Fällen nach Abklärung durch Fachpersonal erste Anzeichen auf Risikofaktoren für eine Schmerzchronifizierung festgestellt werden, ist eine Teilnahme an dem Projekt PAIN2.0 indiziert. Das Projekt PAIN2.0 schließt eine wichtige Versorgungslücke, denn bei vielen Patientinnen und Patienten ist derzeit die Chronifizierung von Schmerzen unnötig weit fortgeschritten. PAIN2.0 ist eine bundesweite wissenschaftliche Versorgungsstudie, die durch den Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (Förderkennzeichen 01NVF20023) über drei Jahre mit rund 7 Mio. Euro öffentlicher Mittel gefördert wird. Unter dem Dach der Deutschen Schmerzgesellschaft hat sich das Projektkonsortium aus 22 Einrichtungen gemeinsam mit der Barmer-Krankenkasse das Ziel gesetzt, Lücken in der Schmerzversorgung zu schließen: Das neue ambulante interdisziplinäre Therapieangebot richtet sich an Menschen mit wiederkehrenden Schmerzen mit dem Ziel, eine Chronifizierung zu vermeiden. PAIN2.0 ist als wissenschaftliche Studie multizentrisch organisiert und wird durch ein externes Institut evaluiert. „Wir hoffen auf gute Projektergebnisse. Nach Abschluss der Studie und Evaluation in rund drei Jahren könnte das neue Behandlungsprogramm dann in die Regelversorgung des deutschen Gesundheitswesens überführt werden“, sagt Dr. Andreas Schwarzer, leitender Arzt (komm.) der Abteilung für Schmerzmedizin und wirbt: „Melden Sie sich jetzt, wenn Sie als Patient dabei sein wollen.“
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