Schmerzen durch Wetterumschwung? Studie entlarvt medizinischen Mythos23. Februar 2024 Symbolfoto: ©New Africa/stock.adobe.com Viele Menschen klagen im Rahmen eines plötzlichen Wetterumschwungs über Kopf-, Knie- oder Rückenschmerzen. Doch was ist dran an dieser „Wetterfühligkeit“? Forschende aus Australien gingen der Sache in einer aktuellen Metaanalyse auf den Grund. Seit langem besteht die Überzeugung, dass Veränderungen des Wetters, wie zum Beispiel drohender Regen oder größere Temperaturschwankungen, Muskel- und Gelenkschmerzen auslösen oder verschlimmern können. Aber Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem australischen Sydney haben kein eindeutiges Muster zwischen diesen beiden Faktoren gefunden. Einzig das Risiko für einen Gichtanfall verdoppelt sich in der Analyse bei hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit. Die Autoren führen dies vor allem auf eine stärkere Dehydrierung und erhöhte Harnsäurekonzentration bei warmem Wetter zurück. „Es besteht die weit verbreitete Meinung, dass bei bestimmten Wetterlagen vermehrt muskuloskelettale Symptome wie Rücken- oder Hüftschmerzen oder arthritische Beschwerden auftreten“, erläutert die Hauptautorin, Prof. Manuela Ferreira von der Initiative Sydney Musculoskeletal Health der Universität Sydney, des lokalen Gesundheitsbezirks Sydney und des lokalen Gesundheitsbezirks Nord-Sydney. „Unsere Forschungsarbeit stellt dieses Denken in Frage, indem sie zeigt, dass das Wetter, egal ob Regen oder Sonnenschein, keinen direkten Zusammenhang mit den meisten unserer Schmerzen hat“, betont Ferreira, die am Kolling-Institut in Sydney tätig ist. Die Forschenden fassten elf bestehende internationale Studien über Wetter und Schmerzen des Bewegungsapparats zusammen. Dabei kamen Daten von mehr als 15.000 Teilnehmern zusammen, die über rund 28.000 neue Schmerzepisoden oder eine Verschlimmerung von Muskel- oder Gelenkschmerzen berichteten. Am häufigsten handelte es sich um Schmerzen durch eine Knie- oder Hüftarthrose, gefolgt von Schmerzen im unteren Rückenbereich und rheumatoider Arthritis. Die Untersuchung ergab, dass Veränderungen der Lufttemperatur, der Luftfeuchtigkeit, des Luftdrucks und des Niederschlags das Risiko von Knie-, Hüft- oder Kreuzschmerzen nicht zu erhöhen scheinen und auch nicht mit neuen Fällen von Arthritis in Verbindung gebracht werden können. Die Forschenden sagen, dass die Ergebnisse einen weit verbreiteten medizinischen Mythos entlarven und sprechen gleichzeitig eine wichtige Warnung an die Patienten aus, sich nicht vom Wetter in ihren Behandlungsmöglichkeiten beeinflussen zu lassen. „Wenn es um Schmerzprävention und -linderung geht, sollten sich sowohl Patienten als auch Ärzte darauf konzentrieren, wie man am besten mit der Erkrankung umgeht, einschließlich Gewichtsmanagement und Bewegung, und sich nicht auf das Wetter konzentrieren und es die Behandlung beeinflussen lassen“, kommentiert Ferreira. (ah)
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