Schmerzmedizin im Krankenhaus unter SARS-CoV-2-Bedingungen14. Mai 2020 Foto: © Christian Schwier – Adobe Stock In enger Abstimmung mit Hygieneexperten hat der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) heute Hygieneempfehlungen für die teil- und vollstationäre Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe für Gruppentherapien. „Die Bemühungen um die weitere Eindämmung der Corona-Pandemie nehmen wir sehr ernst. Deshalb freuen wir uns eine Handlungsempfehlung mit systematischen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Infektion mit dem Coronavirus bei der schmerzmedizinischen Versorgung im Krankenhaus zur Verfügung stellen zu können,“ erklärte der BVSD-Vorsitzende, Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek. Nach dem Motto „So viel Abstand, wie die Therapie zulässt“ hat der BVSD eine Orientierungshilfe für schmerzmedizinische Einrichtungen und Abteilungen in Kliniken entwickelt, die wieder ihren Regelbetrieb aufnehmen. Für verschiedene Settings, Prozeduren und Therapie-verfahren der interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie (IMST) wurden detaillierte Hygieneempfehlungen zur Orientierung für die Kliniken erarbeitet. „Für uns alle gelten besondere Bedingungen. Aber unter der Beachtung von entsprechenden Hygienemaßnahmen sehen wir nun keinen Grund mehr, unsere Patienten, die acht Wochen auf ihre Behandlungen warten mussten, jetzt nicht wieder schmerzmedizinisch versorgen zu können“, sagte Nadstawek. Bei vielen Patienten habe sich seit März angesichts der unzureichenden Patientenversorgung der Gesundheitszustand verschlechtert. „Während der vergangenen Wochen mussten wir einen deutlichen Anstieg von Dekompensationen feststellen“, so der BVSD-Vorsitzende. Deshalb sei die zügige Wiedereröffnung der schmerzmedizinischen Einrichtungen in den Krankenhäusern essentiell. Mitte März hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Krankenhäuser aufgefordert, elektive Eingriffe zu verschieben, um mehr Kapazitäten für die Behandlung von COVID-19-Patienten zu haben. In der Folge wurden rund 75 Prozent der stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen in Krankenhäusern, die Patienten mit schweren chronischen Schmerzen teil- und vollstationär behandeln, wegen der Corona-Krise geschlossen, wie eine BVSD-Umfrage Mitte April 2020 ergab. In Deutschland leben rund 3,9 Millionen Patienten mit schweren und hochproblematischen chronischen Schmerzen mit psychischen Beeinträchtigungen. Knapp 500 Kliniken versorgen Patienten mit chronischen Schmerzen. 1.269 ambulant tätige Schmerzmediziner versorgen im Quartal aufgrund der Qualitätssicherungsvereinbarung zur schmerztherapeutischen Versorgung nur etwa 380.000 Patienten. Die BVSD-Hygieneempfehlungen unter Corona-Bedingungen können bei der BVSD Geschäftsstelle angefordert werden.
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