Schon leichte Pulmonale Hypertonie erhöht Mortalitätswahrscheinlichkeit1. April 2022 © RFBSIP – stock.adobe.com (Symbolbild) Menschen, die an einer leichten Pulmonalen Hypertonie (PH) leiden, haben ein erhöhtes Sterberisiko. Eine australische Kohortenstudie entdeckte nun, dass sich daraus ebenfalls eine wesentliche Komponente verlorener Lebensjahre (LYL) – also einer vorzeitigen Mortalität – ergibt. Die Studienautorinnen und -autoren fordern daher auch für die leichte PH eine proaktive klinische Überwachung und Behandlung. Die Untersuchung wurde im Namen der NEDA(National Echo Database Australia)-Studiengruppe durchgeführt und im „European Respiratory Journal“ veröffentlicht. Unter Verwendung der NEDA-Daten ermittelte das Forschungsteam um Studienleiter Geoffrey A. Strange, Professor an der School of Medicine der University of Notre Dame in Fremantle (Australien), die Verteilung des geschätzten rechtsventrikulären systolischen Druckes (eRVSP) bei insgesamt 154.956 Erwachsenen ohne Anzeichen einer Linksherzerkrankung. In die Untersuchung eingeschlossene Probandinnen und Probanden wurden mittels routinemäßiger Echokardiographie untersucht. Anschließend beurteilten die Forschenden die individuelle Sterblichkeit, die vorzeitige Sterblichkeit und die damit verbundenen LYL in Abhängigkeit vom eRVSP-Wert. Die Kohorte umfasste 70.826 Männer und 84.130 Frauen (Alter 61,3 ±17,7 bzw. 61,4 ±18,4 Jahre). Insgesamt wiesen 85.173 (55,0%), 49.276 (31,8%), 13.060 (8,4%) und 7447 (4,8%) Personen eRVSP-Werte auf, die auf keine (<30,0 mmHg), auf eine leichte (30,0–39,9 mmHg), eine mittelschwere (40,0–49,9 mmHg) bzw. schwere (≥50,0 mmHg) PH hinwiesen. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 5,7 (Interquartilsabstand [IQR] 3,2–8,9) Jahren verstarben 38.456/154.986 (24,8%) Personen. Im Vergleich zu Menschen ohne PH betrug die alters- und geschlechtsbereinigte HR für die Gesamtmortalität und die kardiovaskulär bedingte Mortalität 1,90 (95%-KI 1,84–1,96) bzw. 1,85 (95%-KI 1,74–1,97) für Betroffene mit einem eRVSP 35,0–39,9 mmHg. Insgesamt verstarben 6256 (54%) Männer und 7524 (55%) Frauen vorzeitig. Als Anteil an allen Todesfällen stieg die vorzeitige Sterblichkeit von 46,7% auf 79,2% bei Personen mit einem eRVSP <30,0 vs. ≥60,0 mmHg mit einem Mittelwert von jeweils 5,1–11,4 LYL. Da jedoch insgesamt mehr Personen betroffen waren, machte ein eRVSP von 30,0–39,9 mmHg 58% bzw. 53% der gesamten LYL bei Männern (40.606/70.019 LYL) und Frauen (47.333/88.568 LYL) aus. Fazit Menschen, die an einer leichten PH leiden, haben ein erhöhtes Sterberisiko. Daraus ergibt sich ebenfalls eine wesentliche Komponente verlorener Lebensjahre (LYL) – also einer vorzeitigen Mortalität. Die Studienautorinnen und -autoren fordern daher auch für die leichte PH eine proaktive klinische Überwachung und Behandlung. (ah) Autoren: Stewart S et al. Korrespondenz: Geoffrey A. Strange; [email protected] Studie: Mild pulmonary hypertension and premature mortality among 154 956 men and women undergoing routine echocardiography Quelle: Eur Respir J 2021;59(1):2100832. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.00832-2021
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