Schütteltrauma: Gefahr für Babys durch Schütteln wird unterschätzt

Wenn Eltern ihr schreiendes Baby schütteln, können sie ihm schwere Schäden zufügen, die zu körperlicher und geistiger Behinderung führen können. Zehn bis 30 Prozent der Kinder sterben sogar an den Folgen eines Schütteltraumas. Darauf weist jetzt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hin.

 

Wie hoch der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung zum Schütteltrauma ist, zeigt laut Mitteilung der BZgA eine aktuelle Repräsentativbefragung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Nur 79 Prozent der Befragten stimmen demnach der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf. 24 Prozent der Befragten meinen irrtümlicherweise, dass Schütteln einem Baby nicht schade.

Als eine der möglichen lebenslangen Folgen des Schütteltraumas, einer Hirnverletzung, werden in einem Infoblatt des NZFH auch Sehstörungen genannt. Bestehe der Verdacht auf ein Schütteltrauma-Syndrom, würden Ärzte unter anderem. eine Augenhintergrundspiegelung und bildgebende Verfahren wie ein MRT oder CCT veranlassen,  um etwaige Blutungen in der Netzhaut und Blutungen unter der Hirnhautfeststellen zu können.

Das NZFH hat es sich zusammen mit dem „Bündnis gegen Schütteltrauma”* zur Aufgabe gemacht, über die Folgen des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern aufzuklären – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ).

Für die Repräsentativbefragung „Bekanntheit und Wissen zu Schütteltrauma und Babyschreien in Deutschland 2017“ wurden laut BZgA 1009 Personen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren im Mai 2017 befragt.

Das Wissen über frühkindliche Schreiphasen, die als Hauptauslöser für das Schütteln von Säuglingen gelten, ist in der Bevölkerung gering. Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, dem Träger des NZFH, berichtet: „Zwei Drittel der Befragten sind nicht darüber informiert, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann. 18 Prozent der Befragten glauben sogar, dass Babys manchmal nur schreien, um zu ärgern. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern von Babys, die viel schreien, gut informiert sind und wissen, wo sie rechtzeitig Unterstützung finden können.“

 

23 Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, dem Kinderschutz und der Kinder- und Jugendhilfe haben sich dem „Bündnis gegen Schütteltrauma“ angeschlossen.

 

 

 * Weitere Informationen zum „Bündnis gegen Schütteltrauma“: https://www.fruehehilfen.de/bundesinitiative-fruehe-hilfen/kommunale-netzwerke/buendnis-gegen-schuetteltrauma/

 

Quelle: BZgA

 

 

 

 

 

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