Schulsportbrillen werden genormt6. August 2021 Der Falltest Hockeyball simuliert einen Ellbogenstoß oder Schlag in einer Zweikampfsituation. Foto: © Gernot Jendrusch, RUB Für schulsporttaugliche Brillen ist jetzt eine eigene Deutsche Industrie-Norm erstellt worden. Diese Normierung beruht auf einem an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickelten Testverfahren. Seit dem Jahr 2014 vergibt die RUB mit dem RUB-Schulsportbrillentest das Qualitätssiegel „Schulsporttaugliche Brille“. Der hierbei verwendete Anforderungskatalog ist aus der RUB-Initiative „Gutes Sehen in Schule, Verein und Freizeit“ in Zusammenarbeit mit Augenärzte-, Optiker- und Optometristenverbänden hervorgegangen. Am 1. August 2021 ist nun die Deutsche Industrie-Norm „DIN 58184 – Schulsporttaugliche Brillen – Anforderungen und Prüfverfahren“ herausgegeben worden, die auf dem Bochumer Test basiert. „Als Leitbild für Kinderbrillen- und Sportbrillenhersteller setzt unser Anforderungskatalog künftig Produktstandards“, freut sich Dr. Gernot Jendrusch, der den Bochumer Schulsportbrillentest an der Fakultät für Sportwissenschaft gemeinsam mit Dr. Thomas Henke konzipiert und immer weiter optimiert hat. Die beiden Forscher arbeiten am Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung der RUB von Prof. Petra Platen.Beschuss mit Hockey- und BasketbällenDie Tests und Prüfverfahren, die an der RUB entwickelt wurden, ebneten den Weg zur neuen Norm. Bei diesen RUB-Tests wird das Gesamtsystem der schulsporttauglichen Brille – Brillenglas und Fassung im montierten Zustand – standardisierten und für den Kinder- und Jugendsport typischen Belastungen ausgesetzt. So wird zum Beispiel in einem neu entwickelten „Falltest Hockeyball“ ein „Ellbogenstoß“ simuliert, also der direkte Körperkontakt in Zweikampfsituationen. Ein „Falltest Basketball“ stellt exemplarisch einen „Ball-Treffer“, etwa beim Passspiel, auf der Brille beziehungsweise im Gesicht nach.Gesundheitspolitisches HighlightBesonders wichtig ist den RUB-Forschenden, dass im Test erfolgreiche und damit schulsporttaugliche Brillen künftig auf der Brillenfassung die Kennzeichnung „DIN 58184“ und „Schule+Sport“ erhalten und somit für Eltern und Lehrkräfte als „schulsporttauglich“ erkennbar werden. „Das ist auch aus gesundheitspolitischer Sicht ein Highlight“, so Jendrusch. Zentrale Idee hierbei: Die Brille soll einerseits Belastungen im schulischen und außerschulischen Sport standhalten, das heißt, sie darf in Unfallsituationen kein zusätzliches Risiko für Augen- oder Gesichtsverletzungen darstellen, andererseits soll sie aber auch als Alltagsbrille dienen können.
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