Schwangerschaft: KI kann Warnsignale für Totgeburten und Komplikationen bei Neugeborenen entdecken10. Februar 2025 Foto: © ambrozinio/stock.adobe.com Eine neue Analyse von fast 10.000 Schwangerschaften hat mittels Künstlicher Intelligenz (KI) bisher nicht identifizierte Kombinationen von Risikofaktoren entdeckt, die mit schwerwiegenden negativen Schwangerschaftsausgängen in Zusammenhang stehen. Die US-Forscher begannen mit einem vorhandenen US-Datensatz von 9.558 Schwangerschaften, der Informationen zu sozialen und körperlichen Merkmalen enthielt, die vom Grad der sozialen Unterstützung der Schwangeren bis zu ihrem Blutdruck, ihrer Krankengeschichte und ihrem fetalen Gewicht reichten, sowie zum Ausgang jeder Schwangerschaft. Indem sie mithilfe von KI nach Mustern in den Daten suchten, identifizierten sie neue Kombinationen mütterlicher und fetaler Merkmale, die mit ungesunden Schwangerschaftsausgängen wie Totgeburten in Verbindung standen. Die Ergebnisse der Studie der University of Utah Health, USA, wurden in der Fachzeitschrift „BMC Pregnancy and Childbirth“ veröffentlicht. Höheres Risiko für weibliche Föten bei Diabetes Normalerweise haben weibliche Föten ein etwas geringeres Risiko für Komplikationen als männliche Föten, informieren die Autoren. Das Forschungsteam fand jedoch heraus, dass weibliche Föten, wenn eine Schwangere bereits an Diabetes leidet, einem höheren Risiko ausgesetzt sind als männliche. Solche bisher unentdeckte Muster zeigten, dass das KI-Modell Forschern helfen kann, neue Dinge über die Gesundheit während der Schwangerschaft zu lernen, sagt Prof. Nathan Blue von der University of Utah, USA. Geringes Gewicht im Fokus Die Forscher waren des weiteren besonders daran interessiert, bessere Risikoschätzungen für Föten zu entwickeln, die in den unteren 10 Prozent des Gewichts liegen, nicht jedoch in den unteren 3 Prozent. Diese Neugeborenen seien klein genug, um Anlass zur Sorge zu geben, aber groß genug, um normalerweise vollkommen gesund zu sein, heißt es. In diesen Fällen die beste Vorgehensweise zu finden, sei daher eine Herausforderung: Muss die Schwangerschaft intensiv überwacht werden und es muss möglicherweise eine vorzeitige Entbindung erfolgen, oder kann die Schwangerschaft weitgehend normal verlaufen? Aktuelle klinische Richtlinien [USA] empfehlen eine intensive medizinische Überwachung für alle derartigen Schwangerschaften, was eine erhebliche emotionale und finanzielle Belastung darstellen kann, betonen die Autoren. Die Forscher stellten in der neuen Studie jedoch fest, dass das Risiko eines ungesunden Schwangerschaftsverlaufs innerhalb dieser fetalen Gewichtsklasse stark variierte, von keinem Risiko als bei einer durchschnittlichen Schwangerschaft bis hin zu fast dem Zehnfachen des durchschnittlichen Risikos. Das Risiko basierte auf einer Kombination von Faktoren wie dem fetalen Geschlecht, dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Diabetes und dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein einer fetalen Anomalie wie einem Herzfehler. Blue betont, dass die Studie nur Korrelationen zwischen Variablen festgestellt hat und keine Informationen darüber liefert, was tatsächlich negative Ergebnisse verursacht.
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