Schwangerschaft: Online-Coach soll bei peripartaler Depressionen helfen18. November 2025 Foto: © ryanking999-1/stock.adobe.com Der „Familiencoach Depression“ der AOK wurde um ein neues Modul zu Depressionen im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes erweitert. Das teilt der Bundesverband mit. Das kostenfreie und für alle Interessierten frei verfügbare Online-Angebot richtet sich an Angehörige von Menschen, die in der Schwangerschaft oder nach der Geburt eines Kindes mit peripartalen Depressionen zu kämpfen haben, heißt es in der Pressemitteilung. Das Problem betrifft laut AOK etwa 10 bis 15 Prozent der Mütter, aber auch etwa fünf Prozent der Väter von neugeborenen Kindern. Das neue Modul informiere über die Anzeichen der Erkrankung. Der Online-Coach enthält eine Reihe von Übungen und Anregungen zur Selbstreflexion, zum besseren Umgang des Angehörigen mit der neuen Situation und der neuen Rolle in der Familie sowie zum Umgang mit möglichen negativen Gefühlen wie Ärger, Verlusterleben oder Schuld. Zudem umfasse das neue Modul Videos mit Expertentipps und Strategien zur Lösung von Problemen im Zusammenhang mit peripartalen Depressionen. „Die Geburt eines Kindes ist für viele Mütter und Väter, aber auch für die gesamte Familie ein einschneidendes Erlebnis, das neben großer Freude auch großen Stress verursachen kann. Wenn die psychischen Belastungen überhandnehmen und sich zu einer Depression auswachsen, soll unser Familiencoach dabei helfen, dass Angehörige und die erkrankte Person die herausfordernde Situation gemeinsam gut bewältigen können“, erklärt die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann. Wichtig sei es, sich in diesem Fall frühzeitig Hilfe zu suchen, da die Erkrankung gut behandelbar ist. Angehörige unterstützen ohne Überforderung Der Familiencoach Depression motiviere zudem dazu, sich Hilfe zu suchen, falls der Verdacht auf eine peripartale Depression besteht. „Das Programm zeigt, wie Angehörige ihre Besorgnis erkrankten Personen gegenüber ansprechen und die Betroffenen bestärken können, sich ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe zu suchen“, betont Prof. Elisabeth Schramm vom Universitätsklinikum Freiburg, die das Programm in Zusammenarbeit mit der AOK entwickelt hat. Für Erkrankte mit einer peripartalen Depression sei es oft eine besondere Hürde, über ihre Beschwerden zu sprechen und Hilfe zuzulassen. „Ein Grund dafür ist die wahrgenommene Erwartung des sozialen Umfelds, dass mit der Geburt eines Kindes nur positive Gefühle einhergehen können“, so Schramm. „Es ist für die Betroffenen deshalb besonders wichtig, dass ihr Umfeld auch Verständnis zeigt für Traurigkeit, Ängste, Sorgen und andere emotionale Herausforderungen, die mit der neuen Elternrolle verbunden sein können.“ Informationen und Tipps per Video Das neue Online-Modul zur peripartalen Depression umfasse mehrere Expertinnen-Videos mit Schramm und mit Prof. Anke Rohde vom Universitätsklinikums Bonn. Darin gehe etwa um den Umgang mit Schuldgefühlen oder die möglichen Folgen einer peripartalen Depression des Vaters. Beleuchtet werde auch die Frage, was man im Vorfeld einer geplanten Schwangerschaft tun kann, wenn man schon einmal an einer Depression erkrankt war, so der AOK-Bundesverband. Weitere Videos zeigten konkrete Strategien zum Ansprechen des Problems und zu Unterstützungsmöglichkeiten durch die Angehörigen oder zur Vermeidung von Konflikten durch ein „Überengagement“, heißt es weiter.
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